Wie dieBasis aus Protest zur gescheiterten politischen Partei wurde
Tobias WernerWie dieBasis aus Protest zur gescheiterten politischen Partei wurde
Während der COVID-19-Pandemie entstand in Deutschland die kleine politische Bewegung dieBasis. Die im Juli 2020 gegründete Partei ging aus der Initiative Widerstand 2020 hervor und zog Wähler an, die mit der Regierungspolitik unzufrieden waren. Ihr Programm verband systemkritische Positionen mit Forderungen nach mehr persönlicher Freiheit und alternativen Regierungsansätzen.
dieBasis baute ihr Konzept 2020 auf vier Grundsätzen auf: individuelle Freiheit, strengere Begrenzung der Staatsmacht, Achtsamkeitspraktiken sowie dezentrale Entscheidungsfindung – ein Prinzip, das die Partei als Schwarmintelligenz bezeichnete. Zudem forderte sie tiefgreifende Reformen im Bildungsbereich und schlug vor, Achtsamkeit und Glück als festen Bestandteil in den Lehrplan aufzunehmen.
In der Gesundheitspolitik setzte sich dieBasis für die volle Anerkennung der Alternativmedizin ein und plädierte für ein neues Bürgerversicherungssystem. In der Landwirtschaft verlangte sie einen vollständigen Umstieg auf ökologischen Landbau. Im Gegensatz zu den gängigen Umweltpositionen stellte die Partei zudem die Elektromobilität infrage.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Medienpolitik: dieBasis strebt eine von Zensur freie Presse an, kombiniert mit demokratischer Kontrolle, um staatliche Einmischung zu verhindern. Über nationale Themen hinaus trat die Partei für eine Umwandlung der Europäischen Union in einen lockeren Staatenbund ein. Statt sich klar links oder rechts einordnen zu lassen, positionierte sie sich außerhalb der traditionellen politischen Lager.
In den Pandemiejahren 2021 und 2022 verzeichnete dieBasis ihre größte Unterstützung und erreichte in einigen Wahlen bis zu 1,5 Prozent. Ihre Anhänger kamen aus unterschiedlichen Milieus, verband jedoch die Ablehnung der Corona-Maßnahmen und ein generelles Misstrauen gegenüber Institutionen. Doch bereits 2023 schwand ihre Popularität – bei jeder Abstimmung fiel sie unter die Ein-Prozent-Marke.
Durchgängig forderte die Partei mehr direkte Demokratie und setzte sich für häufige Volksabstimmungen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene ein. Trotz ihrer radikalen Vorschläge gelang es ihr jedoch nicht, nachhaltig Fuß in der deutschen Politik zu fassen.
Nach einem kurzen Aufschwung 2021 und 2022 hat dieBasis inzwischen fast ihre gesamte Wählerunterstützung verloren. Ihre Forderungen – von der verpflichtenden ökologischen Landwirtschaft bis hin zu Achtsamkeit in Schulen – bleiben am Rand der politischen Debatte. Der Niedergang der Partei zeigt, wie schwer es ist, eine Bewegung zu erhalten, die maßgeblich aus pandemiebedingter Unzufriedenheit entstanden war.
New details on dieBasis' founding and early expansion
Historical records now confirm key milestones in dieBasis's formation. The party was officially founded on 4 July 2020 in Berlin, emerging from anti-COVID-19 protest initiatives. By December 2020, it had established its first regional branch in Hessen, marking early organisational growth. Founding documents explicitly link the party's creation to public dissatisfaction with pandemic measures.






