Wie ein Dorf in Baden-Württemberg Großstädte beim Internet abhängt
Eine kleine Gemeinde in Baden-Württemberg setzt neue Maßstäbe für Hochgeschwindigkeitsinternet in Deutschland. In Hohentengen am Hochrhein surfen Anwohner und Unternehmen mit bis zu 1.000 Mbit/s – und lassen damit viele Großstädte weit hinter sich. Der Erfolg der Gemeinde ist so groß, dass sie mittlerweile benachbarte Landkreise bei der Planung ähnlicher Netze berät.
Schon 2006 nahm Hohentengen die Sache selbst in die Hand. Nach gescheiterten Verhandlungen mit Telekommunikationsanbietern beschloss die Kommunalverwaltung, ein eigenes Glasfasernetz aufzubauen. Die Verantwortlichen erkannten früh, wie entscheidend eine moderne digitale Infrastruktur ist – und setzten das Projekt konsequent um.
Die Gemeinde investierte knapp drei Millionen Euro, davon 465.000 Euro aus eigenen Mitteln, den Rest nahm sie als Kredit auf. Heraus kam ein 90 Kilometer langes Backbone-Netz mit über 10.000 Kilometern Kabel. Heute wird das System vom kommunalen Eigenbetrieb MOKO und dessen Managementgesellschaft, der MKTH GmbH, betrieben.
Die Investition hat sich gelohnt: Beeindruckende 96 Prozent der Haushalte nutzen mittlerweile den kommunalen Breitbandanschluss. Für 69 Euro im Monat erhalten die Bürger Internet, Telefon und Fernsehen – alles mit einer Geschwindigkeit von 1 Gbit/s. Die Zuverlässigkeit und Leistung des Netzes machen es zum Vorbild für andere Regionen.
Mittlerweile gibt Hohentengen sein Know-how weiter: Die Gemeinde berät den Landkreis Waldshut beim Aufbau eines vergleichbaren Hochleistungs-Glasfasernetzes.
Hohentengens Ansatz zeigt, wie lokale Eigeninitiative die digitale Versorgung revolutionieren kann. Die Gemeinde bietet einige der schnellsten Internetverbindungen Deutschlands – und das zu bezahlbaren Preisen. Da ihr System nun als Blaupause dient, könnten bald weitere Kommunen ihrem Beispiel folgen.






