Wohnungsnot in Deutschland: Warum Millionen Rentner bald ihre Miete nicht mehr zahlen können
Tobias SeidelWohnungsnot in Deutschland: Warum Millionen Rentner bald ihre Miete nicht mehr zahlen können
Bezahlbarer Wohnraum ist zur drängendsten sozialen Herausforderung Deutschlands geworden, warnt Robert Feiger, Vorsitzender der Gewerkschaft IG Bau. Ohne schnelles Handeln drohten Millionen Rentnern finanzielle Not, da die Mieten bundesweit weiter stiegen, so Feiger.
Er betonte, dass das Problem mittlerweile sogar die Stabilität der aktuellen Koalitionsregierung gefährde. Aus seiner Sicht sei der Bau neuer Wohnungen nicht nur eine soziale Notwendigkeit, sondern auch ein wichtiger Impuls für die Wirtschaft. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der Daten eine wachsende Krise unter älteren Menschen in Deutschland belegen.
In den nächsten zehn Jahren wird voraussichtlich rund die Hälfte der Babyboomer-Generation – etwa 5,1 Millionen Menschen oder 40 Prozent der Nachkriegsjahrgänge – in Rente gehen. Viele von ihnen werden eine gesetzliche Rente von unter 800 Euro monatlich beziehen. Bereits jetzt sind mehr als 760.000 Rentner auf Grundsicherung angewiesen – das entspricht etwa 4,3 Prozent aller Ruheständler. Dieser Anteil hat sich seit 2010 mehr als verdoppelt, damals lag er noch bei 2,5 Prozent.
Besonders betroffen ist Nordrhein-Westfalen, das bevölkerungsreichste Bundesland. Feiger warnt, dass dort innerhalb der nächsten zehn Jahre über eine Million Babyboomer in Wohnungsarmut abrutschen könnten. Um dies zu verhindern, müsse der Ausbau des Wohnungsangebots absolute Priorität haben.
Die Warnungen des Gewerkschaftschefs unterstreichen das Ausmaß der Wohnungsnot, der sich Deutschlands alternde Bevölkerung gegenübersieht. Ohne einen deutlichen Schub beim Neubau könnten Millionen Rentner in den kommenden Jahren ihre Miete nicht mehr bezahlen. Wie die Regierung auf die Krise reagiert, wird mitentscheiden, ob die Koalition angesichts wachsenden öffentlichen Drucks Bestand hat.






