Zehn Gespräche zeigen: So vielfältig ist jüdisches Leben in Deutschland
Tobias SeidelZehn Gespräche zeigen: So vielfältig ist jüdisches Leben in Deutschland
Ein neues Buch mit dem Titel "Worüber Jüdinnen und Juden sprechen: Zehn Gespräche aus Deutschland" bietet einen seltenen Einblick in das Leben jüdischer Menschen in diesem Land. Verfasst von Mascha Malburg und Joshua Schultheis, beide Journalisten bei der "Jüdischen Allgemeinen", zielt das Werk darauf ab, über die üblichen öffentlichen Wahrnehmungen jüdischer Identität hinauszugehen. Allzu oft werden jüdische Stimmen in Deutschland nur bei Gedenkveranstaltungen zum Holocaust oder im Kontext von Nahostkonflikten gehört – dieses Buch will das ändern.
Malburg, deren akademische Arbeit sich mit Hannah Arendts Revolutionstheorie befasste, und Schultheis, politischer Redakteur der "Jüdischen Allgemeinen", versammelten acht jüdische Personen zu zehn weitreichenden Gesprächen. Die Dialoge behandeln persönliche Erfahrungen, kulturelle Identität und den Alltag und präsentieren dabei eine Vielfalt an Perspektiven. Dinah Riese, Leiterin des Inlandsressorts bei unserer Website, moderierte die Gespräche und sorgte für einen ausgewogenen und reflektierten Austausch.
Die Autor:innen argumentieren, dass das jüdische Leben in Deutschland weit facettenreicher ist, als es die wenigen Momente vermuten lassen, in denen es in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Werden nur der historische Trauma oder geopolitische Spannungen thematisiert, bleibt die breitere Realität jüdischer Existenz oft unsichtbar. Im Hentrich & Hentrich Verlag erschienen, fordert das Buch die Leser:innen auf, sich mit jüdischen Stimmen auf Augenhöhe auseinanderzusetzen – jenseits verengender Blickwinkel.
Die Sammlung gibt die Möglichkeit, jüdische Menschen direkt über ihre Sorgen, Hoffnungen und ihren Platz in der deutschen Gesellschaft zu hören. Statt sich auf externe Erzählungen zu stützen, lässt das Buch die Teilnehmenden selbst zu Wort kommen. Es erscheint als ein zeitgemäßer Beitrag, um eine Gemeinschaft besser zu verstehen, deren Geschichten selten die volle Aufmerksamkeit erhalten.






