08 April 2026, 02:04

Zwei Statuen, zwei Botschaften: Gedenken in Brandenburg und Streit in Washington

Steinbau mit einem Fenster und einer Holocaust-Gedenktafel mit Inschrift.

Zwei Statuen, zwei Botschaften: Gedenken in Brandenburg und Streit in Washington

Zwei Statuen, tausende Kilometer voneinander entfernt, stehen als stumme Mahnmale der Geschichte – die eine ehrt in Brandenburg ein Opfer des Holocaust, die andere einen umstrittenen Entdecker in der Nähe des Weißen Hauses. Beide wurden in den letzten Jahren errichtet, doch ihre Bedeutung könnte unterschiedlicher nicht sein. Während die eine das Gedenken bewahren soll, wurde die andere zu einer politischen Aussage.

In Brandenburg thront eine Stahlstatue einer Frau an einer ruhigen Landstraße. 2018 aufgestellt, erinnert sie an Jutta Baumwol, die aus Neuendorf nach Auschwitz deportiert wurde – zusammen mit allen, die dort litten. Die Figur markiert den Eingang zu dem Gut, auf dem in den 1940er-Jahren Zwangsarbeiter schuften mussten. Jährlich im Mai, zu Baumwols Geburtstag – sie wäre in diesem Jahr 101 Jahre alt geworden –, aber auch am Holocaust-Gedenktag und zum Jahrestag der Befreiung versammeln sich Besucher. Radfahrer und Geocacher machen oft Halt bei der Skulptur, die die Anwohner als Akt der Ermächtigung sehen: ein Zeichen, dass dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte nicht in Vergessenheit gerät.

Auf der anderen Seite des Atlantiks wurde 2020 in der Nähe des Weißen Hauses eine Statue von Christoph Kolumbus aufgestellt. Präsident Donald Trump ließ sie während der Black-Lives-Matter-Proteste errichten – als Gegenentwurf zur wachsenden kritischen Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit Amerikas. Seither unterstützt die Vereinigung Italian American Organizations United das Denkmal und behauptet, es werde "friedlich strahlen" und "geschützt" bleiben.

Die Statue in Brandenburg bleibt ein Ort der stillen Besinnung, der jene anzieht, die der Vergangenheit gedenken möchten. Das Kolumbus-Denkmal in Washington hingegen sorgt weiterhin für Kontroversen. Beide stehen im Mittelpunkt – die eine für das Erinnerungs, die andere für politische Spaltung.

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