30 March 2026, 16:09

Anna Netrebko feiert umstrittenes Comeback an der Berliner Staatsoper

Gemälde namens 'Die Oper' (1856) zeigt eine Gruppe von Darstellern auf der Bühne mit Instrumenten und sitzenden Figuren vor einem Publikum und einer Wand.

Anna Netrebko feiert umstrittenes Comeback an der Berliner Staatsoper

An der Berliner Staatsoper Unter den Linden feierte am Sonntag eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera Premiere – mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle der Amelia. Die Aufführung markierte ihre Rückkehr auf die deutsche Bühne nach Jahren der Kontroverse, die mit ihrer anfänglichen Reaktion auf Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine zusammenhing.

Vor dem Opernhaus versammelten sich etwa 50 Demonstranten mit ukrainischen Fahnen und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Die fast dreistündige Produktion von Verdis Oper erhielt begeisterten Applaus für Orchester und Ensemble. Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, wurde trotz der Proteste draußen vom Publikum mit großer Zustimmung bedacht.

Ihr Auftritt in Berlin folgt auf eine Phase der Kritik, die 2022 begann. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine sah sich Netrebko Vorwürfen ausgesetzt, weil ihre öffentlichen Stellungnahmen mehrdeutig wirkten und sie als nahestehend zu Präsident Wladimir Putin wahrgenommen wurde. Große deutsche Opernhäuser, darunter die Staatsoper Berlin, sagten damals ihre Auftritte ab – ein Beispiel für die breitere Debatte darüber, ob Kunst und Politik voneinander zu trennen sind.

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Netrebko war in früheren Spielzeiten bereits an der Staatsoper aufgetreten. Doch ihre Feier zum 50. Geburtstag 2021 im Moskauer Kreml – zu einer Zeit zunehmender Spannungen – schürte die Kontroversen weiter. Während einige sie als Künstlerin verteidigten, die zwischen die politischen Fronten geraten sei, warfen ihr andere vor, indirekt die russische Aggression zu unterstützen.

Die Premiere verlief ohne Störungen, doch die Proteste vor dem Haus zeigten, wie tief die Gräben über ihre Rückkehr in die deutsche Kulturszene noch sind. Un ballo in maschera bleibt Teil des Festspielprogramms der Staatsoper. Netrebkos Darstellung der Amelia hat die Diskussion über die Rolle russischer Künstler in europäischen Kulturinstitutionen neu entfacht. Das Opernhaus kündigte nach der Sonntagspremiere keine Änderungen des Spielplans an.

Quelle