18 March 2026, 00:10

Apothekensterben im Kreis Darmstadt-Dieburg bedroht medizinische Grundversorgung

Außenansicht der "Generik-Apotheke" mit umliegenden städtischen Elementen unter einem klaren blauen Himmel.

Apothekensterben im Kreis Darmstadt-Dieburg bedroht medizinische Grundversorgung

Versorgung in Darmstadt-Dieburg wackelt: Apothekensterben gefährdet medizinische Grundversorgung

Jahre lang hat Landrat Klaus Peter Schellhaas im Kreis Darmstadt-Dieburg ein zuverlässiges Netz aus Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und Apotheken aufgebaut – doch nun gerät das System unter Druck. Durch die flächendeckenden Schließungen von Apotheken steht die schnelle und persönliche Patientenversorgung auf dem Spiel, die Schellhaas mit seinem Modell sichern wollte.

Allein seit 2020 hat Deutschland rund 687 Apotheken verloren: Die Zahl sank von 17.288 auf 16.601 bis Ende 2025. Betroffen sind gleichermaßen Städte und ländliche Regionen, denn die Ursachen liegen in strukturellen Problemen, nicht in der Lage. Im Kreis Darmstadt-Dieburg basiert Schellhaas' Konzept – darunter die Gründung von zwei MVZ – auf einer engen Zusammenarbeit mit Apotheken vor Ort, um bürokratiearme und schnelle Behandlungen zu ermöglichen. Besonders für eine alternde Bevölkerung hat sich dieses Modell bewährt.

"Ohne Apotheken bricht die Basis weg" Dr. Nojan Nejatian, Inhaber der Heegbach-Apotheke in Erzhausen, warnt vor den Folgen: Unvorhergesehene Schließungen hinterließen Patienten ohne essenzielle Versorgungsangebote in ihrer unmittelbaren Umgebung. "Eine funktionierende Gesundheitsversorgung muss nah am Menschen sein", betont er. Ohne Apotheken drohe selbst ein gut ausgebautes MVZ-Netz an seiner Basis zu scheitern – denn sie sind ein zentraler Baustein der medizinischen Infrastruktur.

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Die SPD-Kandidatin Christel Sprößler will Schellhaas' Ansatz fortsetzen und die lokale Versorgung als gesellschaftliche Aufgabe verstehen. Nejatian fordert zudem, künftige MVZ noch stärker mit Apotheken zu verknüpfen, um das Netzwerk zu stabilisieren. Bisher ermöglichte diese Kombination maßgeschneiderte und effiziente Behandlungen – doch ihre Zukunft ist ungewiss.

Landkreis bangt um Errungenschaften Der Rückgang der Apotheken gefährdet Jahre der Arbeit für eine flächendeckende medizinische Grundversorgung. Während bundesweit immer mehr Standorte schließen, könnte der Kreis Darmstadt-Dieburg bald vor der Frage stehen: Schafft es das regionale Versorgungssystem, sich anzupassen – oder müssen sich die Bürger auf wachsende Lücken einstellen? Die Weichen werden jetzt gestellt.

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