18 March 2026, 18:04

Protest-Chaos in Baden-Württemberg: Apothekenverbände ziehen Unterstützung zurück

Eine Gruppe von Männern geht einen Krankenhausflur entlang mit Deckenbeleuchtung, einer Tür an der rechten Wand und Texttafeln an der linken Wand, die besorgt aussehen.

Protest-Chaos in Baden-Württemberg: Apothekenverbände ziehen Unterstützung zurück

Apotheken in Baden-Württemberg sollten sich am bundesweiten Protest am 23. März 2026 beteiligen – mit geplanten Schließungen und Kundgebungen. Doch der Landesapothekerverband (LAV) zog seine Unterstützung überraschend zurück, nachdem das Sozialministerium ein Verbot für Betriebsstilllegungen erlassen hatte. Die Entscheidung löste Wut unter den Apothekenmitarbeitern aus, die der Behörde vorwerfen, ihre Protestbemühungen zu untergraben.

Die Landesapothekerkammer (LAK) Baden-Württemberg erhielt vom Ministerium ein formelles Schließungsverbot, das den LAV zwang, seine Protestunterstützung zurückzunehmen. Die Pharmazeutisch-technische Assistentin Ariel Wagner verurteilte den Eingriff als "empörend" und warf der Landesregierung vor, den engagierten Demonstranten "den Stecker gezogen" zu haben. Zudem fragte sie, warum das Land den Aufruf des Deutschen Apothekerverbands (ABDA) nach bundesweiter Einheit bei den Protesten ignoriere.

Der Apothekeninhaber Daniel Hölzle kritisierte scharf, dass LAK und LAV die Haltung des Ministeriums nicht mit einer unabhängigen rechtlichen Prüfung anfochten. Enttäuscht von der Vorgehensweise forderte er den Rücktritt des LAV-Vorstands. Trotz des Verbots kündigte Hölzle an, seine Tiergarten-Apotheke in Konstanz am 23. März zu schließen, während seine Kaufland-Apotheke in Singen nur mit reduzierten Öffnungszeiten betrieben werde.

Unterdessen hatte die Mitgliederversammlung des ABDA bereits bundesweite Proteste beschlossen, darunter zentrale Kundgebungen in Berlin, Hannover, Düsseldorf und München. Notdienstapotheken sollten die Grundversorgung mit Medikamenten sicherstellen. Zudem fasste der Verband einen Beschluss, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, die wirtschaftliche Unterstützung für Apotheken zu verbessern und Pläne für Apotheken ohne Apotheker im Entwurf des Apothekengesetzes (ApoVWG) abzulehnen.

Hölzle plant, sich in lokalen Medien wie dem "Südkurier" zu äußern, um auf die anhaltenden Proteste und die Herausforderungen für Apothekeninhaber aufmerksam zu machen.

Das Schließungsverbot des Ministeriums hat die Apotheken in Baden-Württemberg vom bundesweiten Protest abgespalten und viele Mitarbeiter sowie Inhaber verärgert. Während einige, wie Hölzle, weiterhin schließen oder ihren Service einschränken wollen, hat der Rückzug des LAV die Teilhabe der Region geschwächt. Die vom ABDA geplanten Kundgebungen und Beschlüsse bleiben davon unberührt – Notdienste gewährleisten weiterhin den Zugang der Patienten zu Medikamenten.

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