31 March 2026, 00:05

Apotheker kritisiert 3,5-Milliarden-Überschuss der Krankenkassen als "Schlag ins Gesicht"

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma im Jahr 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie andere Länder, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Apotheker kritisiert 3,5-Milliarden-Überschuss der Krankenkassen als "Schlag ins Gesicht"

Ein Apotheker aus Niedersachsen hat die Handhabung eines Überschusses von 3,5 Milliarden Euro im deutschen gesetzlichen Krankenversicherungssystem durch die Regierung scharf kritisiert. Frank-Martin Welzig, Inhaber der Hils-Apotheke in Delligsen, bezeichnete die aktuellen Reformpläne als ungerecht gegenüber Apothekern. Er argumentiert, dass die zusätzlichen Mittel durch ihre Arbeit erwirtschaftet wurden, sie dafür aber keine Gegenleistung erhielten.

Der Überschuss war vom GKV-Spitzenverband, dem Dachverband der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland, für das Jahr 2021 bekannt gegeben worden. Welzig schrieb direkt an Gesundheitsministerin Nina Warken und äußerte seine Enttäuschung darüber, dass die Apotheken für ihren Beitrag zur Generierung dieser Gelder keine Anerkennung erfahren hätten. Er behauptet, das zusätzliche Geld stamme größtenteils aus Rabattverträgen, die Apotheken umsetzen mussten – was ihren Arbeitsaufwand deutlich erhöhte.

Der GKV-Spitzenverband entgegnete, der Überschuss reiche nicht aus, um die Rücklagen wieder aufzubauen. Welzig hingegen bezeichnete den Entwurf der Apothekenreform – der die Festbeträge unverändert lässt – als "Schlag ins Gesicht" für den Berufsstand. Er betonte, dass der Überschuss zu einer besseren Unterstützung der Apotheken hätte führen müssen, statt zu stagnierenden Vergütungen.

Welzig bestand darauf, dass Apotheken bereits einen Großteil der Sparmaßnahmen getragen hätten. Statt Strafen verdienten sie seiner Meinung nach Wertschätzung für ihren Einsatz bei der Abwicklung der Rabattverträge.

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Der Streit verdeutlicht die Spannungen zwischen Apotheken und Krankenkassenvertretern in der Frage der Finanzierung. Welzigs Brief an die Gesundheitsministerin unterstreicht die Frustration vieler Apotheker, die sich übergangen fühlen. Das Ergebnis der Reformverhandlungen wird zeigen, ob ihre Bedenken Gehör finden.

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