26 June 2026, 22:03

Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sperrung wieder offen – doch Probleme bleiben

Renovierung der Hamburg-Berlin-Bahnlinie deutlich teurer

Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sperrung wieder offen – doch Probleme bleiben

Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach monatelanger Sperrung wieder in Betrieb

Die wichtige Verbindung zwischen Hamburg und Berlin ist nach einer langen Vollsperrung wieder befahrbar. Seit Anfang August 2023 war die Strecke für den Fern-, Regional- und Güterverkehr gesperrt. Die Wiedereröffnung erfolgte jedoch mit sechs Wochen Verspätung – statt wie ursprünglich geplant Anfang Mai rollten die Züge erst Mitte Juni wieder.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Sanierung der Strecke war Teil eines umfassenden Programms zur Modernisierung Dutzender Bahnlinien bis Mitte der 2030er-Jahre. Doch das Projekt war von Anfang an von massiven Rückschlägen geprägt: Anhaltender Frost im Januar und Februar ließ den Boden gefrieren und brachte die Bauarbeiten wochenlang zum Erliegen. Die Verzögerungen zehrten ein 300-Millionen-Euro-Notfallbudget auf und trieben die Gesamtkosten auf 2,7 Milliarden Euro – 500 Millionen über dem ursprünglichen Plan.

Trotz der verlängerten Bauzeit konnte das neue europäische Zugsicherungssystem (ETCS) nicht installiert werden. Das bedeutet, dass in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine weitere Vollsperrung nötig sein wird. Als die Strecke schließlich wiedereröffnet wurde, funktionierten Aufzüge nicht einwandfrei, und die Züge hielten sich nicht an den Fahrplan.

Der Ansatz der großflächigen „Generalsanierungen“ steht zunehmend in der Kritik. Gegner verweisen auf die langen Sperrzeiten und die explodierenden Kosten als Beleg für die Schwächen dieser Strategie.

Die Strecke ist zwar wieder in Betrieb, doch ungelöste Probleme bleiben: Das fehlende ETCS-System erfordert Nachbesserungen, und die Kostenüberschreitung unterstreicht die finanzielle Belastung solcher Großprojekte. Fahrgäste und Betreiber müssen sich nun mit der erneuerten – wenn auch nicht perfekten – Verbindung arrangieren.

Quelle