02 April 2026, 20:04

Bargeld verliert an Boden – wer bleibt auf der Strecke?

Ein Plakat mit Text und Logo, das versteckte Gebühren in Rechnungen anprangert, die Familien monatlich Hunderte von Dollar kosten können.

Bargeld verliert an Boden – wer bleibt auf der Strecke?

Bargeldzahlungen stehen vor neuen Herausforderungen, da immer mehr Unternehmen auf rein digitale Transaktionen umsteigen. Verbraucherschützer zeigen sich besorgt über die zunehmende Zahl an Selbstbedienungskassen und Ticketautomaten, die Banknoten ablehnen. Zwar schätzen viele Kundinnen und Kunden die Bequemlichkeit von Kartenzahlungen oder mobilen Bezahlverfahren, doch warnen Experten, dass eine sinkende Bargeldakzeptanz bestimmte Bevölkerungsgruppen benachteiligen könnte.

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Eine Studie der Bundesbank aus dem Jahr 2023 ergab, dass Bargeld nach wie vor weit verbreitet ist: 98,7 Prozent des Einzelhandels, der Gastronomie und Dienstleister nehmen weiterhin physisches Geld an. Dennoch zeigt dieselbe Untersuchung einen deutlichen Wandel: Der Anteil der Bargeldtransaktionen sank von 58 Prozent im Jahr 2021 auf 51 Prozent im Jahr 2023. Gleichzeitig hat die Zahl der Selbstbedienungskassen stark zugenommen – mittlerweile sind über 38.650 Terminals im Einsatz, mehr als doppelt so viele wie noch 2023.

Genauere Zahlen zu rein bargeldlosen Terminals liegen nicht vor, doch Schätzungen zufolge lehnen mehrere tausend Automaten Banknoten ab. Besonders verbreitet sind sie in Supermärkten wie Rewe und Edeka, bei Discountern wie Aldi und Lidl sowie in Fast-Food-Ketten wie McDonald's und Burger King. Dorothea Mohn, Finanzexpertin beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), kritisiert, dass dieser Trend Menschen ohne digitale Zahlungsmöglichkeiten ausschließen könnte.

Verbraucherschützer fordern daher rechtliche Vorgaben. Sie verlangen, dass Unternehmen einen Mindestanteil an Bargeld akzeptierenden Kassen, bedienten Kassen oder klar definierte Ausnahmen vorhalten. Bargeld bietet weiterhin wichtige Vorteile – etwa Datenschutz, bessere Kontrolle über Ausgaben sowie Zuverlässigkeit ohne Internet oder Strom.

Die Diskussion über die Bargeldakzeptanz hält an, während digitale Zahlungsmethoden immer beliebter werden. Bei über 710.000 Kassen bundesweit könnte der Rückgang des Bargelds besonders schutzbedürftige Gruppen treffen. Befürworter bestehen darauf, dass etwaige Einschränkungen bei Bargeldzahlungen streng reguliert werden müssen, um Fairness für alle Verbraucher zu gewährleisten.

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