03 April 2026, 00:06

Warum immer mehr Autofahrer auf unabhängige Werkstätten setzen

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Warum immer mehr Autofahrer auf unabhängige Werkstätten setzen

Unabhängige Kfz-Werkstätten in Deutschland verzeichnen starken Nachfrageanstieg

Immer mehr Autofahrer behalten ihre Fahrzeuge länger, was den Bedarf an Reparaturen und Nachrüstungen im unabhängigen Aftermarket-Sektor steigen lässt. Gleichzeitig verändern steigende Kosten und technologische Entwicklungen die Branche von Grund auf.

Auf einer großen Fachkonferenz zur Automobilfinanzierung wurden kürzlich die wichtigsten Trends diskutiert, die den Aftersales-Bereich prägen – von digitalen Innovationen bis hin zu Strategien für Kundenbindung. Unternehmen passen sich den neuen Herausforderungen und Chancen an, die sich in der Service-Nachfrage ergeben.

Kosten und Alter der Fahrzeugflotte treiben Kunden in freie Werkstätten Mehrere Faktoren führen dazu, dass Autofahrer zunehmend unabhängige Werkstätten statt Marken-Servicestationen aufsuchen. Fast die Hälfte der Fahrzeughalter gibt deutlich höhere Kosten an, was ihr Kaufverhalten und ihre Markentreue beeinflusst. Gleichzeitig sorgt eine alternde Fahrzeugflotte für mehr Reparatur- und Wartungsaufträge – und damit für wachsende Nachfrage nach Aftermarket-Dienstleistungen.

Doch der Zugang zu Reparaturdaten bleibt für freie Werkstätten eine Hürde, da Hersteller diese Informationen oft exklusiv ihren Vertragspartnern vorenthalten. Gleichzeitig eröffnen sich neue Geschäftsfelder, etwa in der Wartung von Ladeinfrastruktur für Elektroautos, deren Verbreitung stetig zunimmt.

Effizienz und Digitalisierung im Aftersales Die Optimierung von Aftersales-Prozessen steht bei vielen Betrieben hoch im Kurs. Marten Kalmbach, Servicemanager bei der Kunzmann Gruppe, sieht besonders in der Terminplanung und Rechnungsstellung großes Verbesserungspotenzial. Die Bobrink Gruppe wiederum setzt erfolgreich auf eine bundesweite Social-Media-Strategie und generiert so wöchentlich rund 200 Kundenanfragen.

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Digitale Lösungen spielen eine immer größere Rolle, um Abläufe zu beschleunigen. Das System "INSiDE Workbench" etwa bildet jeden Schritt in einer Werkstatt ab und schließt so Lücken in den Aftersales-Prozessen. Zukunftsforscher wie Prof. Dr. Mario Fischer diskutieren bereits, wie KI die Branche revolutionieren könnte – etwa durch intelligente Datenbrillen, die eines Tages Smartphones für Mechaniker ersetzen könnten.

Kundenbindung als entscheidender Faktor Auch die langfristige Kundenbindung rückt in den Fokus. Kai Vogler, Vorstand bei der Volkswagen Financial Services, betont die Bedeutung des Aftersales, um Gebrauchtwagenkäufer an die Marke zu binden. Regionale Händler wie KreuterMedeleSchäfer aus dem Allgäu setzen auf lokale Vertriebs- und Werkstattstrategien, um Kundenbeziehungen zu pflegen. Imelda Labbé, Präsidentin des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), kritisiert jedoch, dass viele Autohäuser das Potenzial im Aftersales-Bereich noch nicht ausreichend nutzen.

Fazit: Aftermarket im Wandel Der Automobil-Aftersales-Markt entwickelt sich rasant – getrieben von Kostendruck, digitalem Fortschritt und veränderten Kundenbedürfnissen. Unabhängige Werkstätten gewinnen an Boden, während Händler gefordert sind, ihre Aftersales-Chancen besser zu nutzen. Wer sich schnell an neue Technologien wie KI oder smarte Werkzeuge anpasst, wird im Wettbewerb die Nase vorn haben.

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