15 April 2026, 12:06

Bildungsnotstand: Warum 500 Milliarden Euro an Schulen vorbeigehen

Gruppe von Menschen in Masken, die Schilder und Plakate vor einem gläserfrontierten Gebäude halten, mit Kameras und einem Hund, die gegen das Maskenverbot der deutschen Regierung in Schulen protestieren.

Bildungsnotstand: Warum 500 Milliarden Euro an Schulen vorbeigehen

Der Deutsche Philologenverband (DPhV) hat Bedenken geäußert, wie Gelder aus dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen verwendet werden. Nach Angaben der Organisation fließt zu wenig des Geldes in dringend notwendige Verbesserungen im Bildungssektor. Studien deuten nun darauf hin, dass ein erheblicher Teil der aufgenommenen Mittel entgegen der ursprünglichen Planung keine zusätzlichen Investitionen unterstützte.

Seit Jahren kämpfen Schulen in ganz Deutschland mit einem wachsenden Sanierungs- und Modernisierungsstau. Kommunen stehen derzeit vor einem Investitionsrückstand von 67,8 Milliarden Euro allein bei Schulgebäuden. Die Lage hat sich verschärft, obwohl Initiativen wie der DigitalPakt 2.0 bis 2030 rund fünf Milliarden Euro bereitstellen – weit weniger, als Experten für notwendig erachten.

Der DPhV hatte zuvor gefordert, mindestens 60 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen gezielt für die Sanierung und Aufwertung von Schulen zu reservieren. Artikel 143h des Grundgesetzes beschränkt die Verwendung dieser Mittel jedoch auf zusätzliche Investitionen. Aktuelle Erkenntnisse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) und des ifo Instituts zeigen, dass ein großer Teil der 2025 aufgenommenen Schulden dieser Vorgabe nicht entsprach.

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Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, die Bundesvorsitzende des DPhV, kritisierte das aktuelle Vorgehen scharf. Sie wies darauf hin, dass die jüngeren Generationen die Schulden später zurückzahlen müssten, heute aber kaum etwas von den Investitionen in ihren Schulen hätten. Der Verband fordert nun die Bundesländer auf, enger zusammenzuarbeiten und die Bildung innerhalb des Sondervermögens priorisiert zu behandeln.

Die Kritik des DPhV unterstreicht die anhaltende Fehlsteuerung bei der Bildungsfinanzierung. Da die Instandhaltungskosten weiter steigen und bestehende Programme nicht ausreichen, wird der Ruf nach einem abgestimmten Vorgehen lauter, um mehr Mittel für Schulen bereitzustellen. Ohne Kurskorrektur droht die Kluft zwischen verfügbaren Geldern und tatsächlichem Bedarf weiter zu wachsen.

Quelle