Brandenburg testet neues Notdienstmodell für Apotheken bis Dezember
Ein neues Pilotprojekt verändert die Notdienstregelungen in Brandenburgs Apotheken. Die Änderungen, die die Landesapothekerkammer Brandenburg (LAK) Anfang Februar bekannt gab, sollen die Arbeitsbelastung der Apotheker verringern und gleichzeitig den Zugang zu Medikamenten verbessern. Die Reform war ursprünglich für Januar geplant, läuft nun aber bis Ende Dezember.
Erstmals vorgeschlagen wurde die Reform unter der ehemaligen Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher von den Grünen. Ihr Hauptziel ist es, die langfristige Arzneimittelversorgung in der Region zu sichern und das Personal effizienter einzusetzen. Im neuen System wechseln sich die Apotheker alle 20 Tage statt wie bisher alle 13 Tage im Notdienst ab, was die Häufigkeit ihrer Einsätze reduziert.
Eine Umfrage der LAK ergab, dass der Apothekennotdienst vor allem an Wochenenden stark nachgefragt wird. Diese Erkenntnis floss in das neue Modell ein, das keine teilweisen Notdienstzeiten mehr vorsieht. Peter Schmieder, Apotheker in Golzow, begrüßt die Änderungen, bleibt aber vorsichtig optimistisch. Er unterstützt zudem den Vorschlag, Notdienste an Krankenhäusern anzusiedeln – eine Idee, die in den weiteren Diskussionen zur Notfallversorgung aufgekommen ist.
Thomas Müller, ein hochrangiger Beamter im Bundesgesundheitsministerium (BMG), bezeichnete die neue Vergütung für die Notdienste als "überaus attraktiv". Die Reform könnte die bisherigen Sätze fast verdoppeln und den Apothekern so bessere finanzielle Anreize bieten.
Das Pilotprojekt erprobt das neue Notdienstmodell bis zum 31. Dezember. Bei Erfolg könnte es zum Vorbild für eine bessere Balance zwischen Arbeitsbelastung der Apotheker und Patientenbedürfnissen in ganz Brandenburg werden. Langfristig soll die Reform das System auch nachhaltiger gestalten.






