20 April 2026, 04:04

Brandenburg wird zum Zentrum für autonome Drohnenabwehr in Europa

Zwei Männer in blauen Uniformen und Helmen arbeiten an einem großen Drohnenmodell, halten verschiedene Gegenstände und haben eine Plastikabdeckung auf dem Boden.

Brandenburg wird zum Zentrum für autonome Drohnenabwehr in Europa

Neues Joint Venture in Brandenburg an der Havel produziert autonome Drohnenabwehrsysteme

In Brandenburg an der Havel entsteht ein neues Gemeinschaftsunternehmen, das autonome Systeme zur Drohnenabwehr herstellen wird. Die HD Advanced Technologies (HDAT), eine Tochtergesellschaft der Heidelberger Druckmaschinen AG, kooperiert dafür mit dem amerikanisch-israelischen Unternehmen Ondas Autonomous Systems (OAS). Ziel der Zusammenarbeit ist es, den wachsenden Bedrohungen durch Drohnen für kritische Infrastrukturen und zivile Gebiete in Europa zu begegnen.

Das Werk in Brandenburg, das seit 1991 in Betrieb ist, fertigte bisher vor allem Komponenten für Druckmaschinen der Heidelberger Druckmaschinen AG. Künftig wird es sich auf die Produktion und den Vertrieb von Drohnenabwehrtechnologie konzentrieren. Der Standort beschäftigt derzeit rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bietet Ausbildungsplätze in den Berufen Industriemechanik und Mechatronik an.

Eric Brock, CEO von OAS, betont die dringende Notwendigkeit eines besseren Schutzes vor Drohnenangriffen in Europa. Das Joint Venture plant, seine Systeme zunächst in Deutschland und der Ukraine zu vermarkten, bevor eine Expansion in andere EU-Länder folgt. Michael Wellenzohn, Geschäftsführer von HDAT, sieht in der Partnerschaft eine Verbindung von Spitzentechnologie im Drohnenbereich mit deutscher Ingenieurskunst.

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Vor Ort fallen die Reaktionen unterschiedlich aus. Bürgermeister Daniel Keip begrüßt das Projekt als Stärkung des industriellen Standorts Brandenburg. Heidi Hauffe, Vorsitzende des örtlichen BSW-Verbands, warnt jedoch, dass das Werk im Falle einer Eskalation selbst zum Hochrisikoziel werden könnte. Jürgen Otto, Vorstandsvorsitzender der Heidelberger Druckmaschinen AG, bewertet den Schritt als strategische Weichenstellung hin zu zivil-militärischen Geschäftsmodellen (Dual-Use).

Die Produktion der Drohnenabwehrsysteme soll zunächst für den deutschen und ukrainischen Markt erfolgen. Gefertigt wird in der bestehenden Brandenburg-Anlage, die über langjährige Erfahrung in der Präzisionsfertigung verfügt. Das Vorhaben steht im Kontext größerer Bestrebungen, Europas Abwehrfähigkeiten gegen neue luftgestützte Bedrohungen zu stärken.

Quelle