Bundeselternrat fordert bundesweite Schüler-ID gegen Datenchaos beim Schulwechsel
Luisa HofmannBundeselternrat fordert bundesweite Schüler-ID gegen Datenchaos beim Schulwechsel
Bundeselternrat drängt auf bundesweite Schüler-ID zur Lösung langjähriger Probleme bei der Bildungsdatenweitergabe
Aktuell erleben Kinder, die innerhalb Deutschlands zwischen Bundesländern umziehen, Verzögerungen bei der Unterstützung, weil die IT-Systeme der Länder nicht kompatibel sind. Der Bundeselternrat fordert nun die Einführung einer einheitlichen Schüler-ID, um diese Missstände zu beheben und einen fairen Zugang zu schulischen Unterlagen zu gewährleisten.
Bisher gibt es in Deutschland kein flächendeckendes System zum Austausch von Bildungsdaten zwischen den 16 Bundesländern. Familien, die umziehen, sehen sich häufig mit dem Problem konfrontiert, dass die Schullaufbahnen ihrer Kinder im Übergang verloren gehen – mit der Folge, dass Schülerinnen und Schüler wochen- oder monatelang ohne notwendige Förderung auskommen müssen. Anne-Karin Schaffrath, Vorsitzende des Ausschusses für weiterführende und Mittelschulen im Bundeselternrat, bezeichnete diese Situation als "inakzeptabel".
Die vorgeschlagene Schüler-ID würde zentrale Angaben erfassen, darunter sonderpädagogischen Förderbedarf, genehmigte Nachteilsausgleiche und individuelle Lernfortschritte. Diese zentralisierte Akte würde den Schülerinnen und Schülern bei jedem Schulwechsel folgen und so Lücken in ihrer Bildungsbiografie vermeiden. Der Rat betont, dass strenge Datenschutzmaßnahmen integraler Bestandteil des Systems sein müssten, um sensible Informationen zu schützen.
Andere europäische Länder haben ähnliche Herausforderungen bereits bewältigt. Initiativen wie der EU-Rahmen DigCompEdu, der 2018 eingeführt wurde, helfen dabei, digitale Kompetenzen von Lehrkräften zu standardisieren und die Datenverwaltung zu vereinfachen. Auch in Deutschland zeigen Projekte wie die BMBF-Roadmap für Datenkompetenz oder das nordrhein-westfälische Medienkompetenzkonzept Fortschritte in diesem Bereich. Eine bundesweite Schüler-ID wäre jedoch ein entscheidender Schritt hin zu einem nahtlosen Datenaustausch zwischen allen Bundesländern.
Ziel des Vorschlags des Bundeselternrats ist die Schaffung einer einzigen, sicheren Identifikationsnummer für jede Schülerin und jeden Schüler in Deutschland. Damit könnten Schulen sofort auf aktuelle Unterlagen zugreifen, Verzögerungen bei der Förderung verringern und die Kontinuität im Bildungsweg sicherstellen. Würde das System umgesetzt, könnte Deutschland damit zu anderen europäischen Nationen aufschließen, die solche Lösungen bereits erfolgreich eingeführt haben.






