20 March 2026, 18:04

Christian Ulmen in der Krise: Ex-Frau wirft ihm digitale Gewalt und Identitätsmissbrauch vor

Schwarzes und weißes Magazin-Cover mit der überschrift 'Humoristische Liste', das einen Mann im Anzug mit ernster Miene und eine Frau mit leichtem Schmunzeln zeigt.

Christian Ulmen in der Krise: Ex-Frau wirft ihm digitale Gewalt und Identitätsmissbrauch vor

Deutscher Komiker und Schauspieler Christian Ulmen sieht sich schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau Collien Fernandes ausgesetzt. Sie wirft ihm vor, in ihrem Namen gefälschte Online-Profile erstellt, explizite Inhalte verbreitet und unter ihrer Identität Telefongespräche mit sexuellen Inhalten geführt zu haben. Die Anschuldigungen haben eine breitere Debatte über Ulmens Vergangenheit und sein öffentliches Image ausgelöst.

Fernandes bezeichnete die Handlungen als "virtuelle Vergewaltigung" und sprach von einer schweren Verletzung ihrer Privatsphäre und persönlichen Grenzen. Die Enthüllungen werfen ein neues Licht auf Ulmens umstrittene TV-Rollen, die bereits seit Jahren für Diskussionen sorgen.

Sein Aufstieg begann in den mittleren 2000er-Jahren mit der ProSieben-Realityshow Mein neuer Freund. Woche für Woche spielte er darin einen anderen "schrecklichen Freund", der Frauen mit manipulativem Verhalten an ihre Grenzen trieb. Teilnehmerinnen, die das Verhalten bis zum Ende ertrugen, erhielten Geldpreise.

Eine seiner berüchtigtsten Figuren war Alexander von Eich, ein reicher, herablassender Aristokrat, der seine Freundin mit einem Stock herumkommandierte und sie "Franziskarrrrr" nannte. Das Format der Show, das Frauen für die Duldung von Misshandlung belohnte, wird heute als Verharmlosung toxischer Beziehungen kritisiert.

Ulmen moderierte zudem die Dating-Show Wer will schon meine Freundin? (Wer würde meine Freundin schon vögeln wollen?), in der Männer darum wetteiferten, wer die "heißeste" Freundin habe. Die Aufgaben umfassten oft die Herabwürdigung und Objektifizierung von Frauen und zementierten Klischees. Während seine genaue Rolle als Uwe Wöllner unklar bleibt, wirkt das Konzept der Sendung aus heutiger Sicht mehr als fragwürdig.

Als Ulmen und Fernandes ihre Beziehung 2010 öffentlich machten, fragten sich manche Beobachter, warum eine "brillante, geistreiche Intellektuelle" sich mit einem "Viva-Moderator – hübsch, aber austauschbar" einlasse. Angesichts der aktuellen Vorwürfe bereuen viele heute diese abwertenden Kommentare.

"Die Scham muss die Seite wechseln", lautet ein oft zitiertes Motto der Missbrauchsüberlebenden Gisèle Pelicot, das nun in Reaktion auf die Anschuldigungen wieder aufgegriffen wird. Unterstützer betonen, dass Opfer von Manipulation und Belästigung nicht länger die Schuld tragen sollten – stattdessen müssten die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Fernandes' Vorwürfe führen zu einer Neubewertung von Ulmens Karriere, insbesondere seiner TV-Auftritte, die oft frauenfeindliche Verhaltensweisen verherrlichten. Der Fall zeigt auch, wie mediale Darstellungen von Beziehungen in der Vergangenheit schädliche Muster widerspiegeln oder sogar befördern konnten.

Rechtliche Schritte wurden bisher nicht eingeleitet, doch die Vorwürfe haben bereits das öffentliche Bild Ulmens verändert. Im Mittelpunkt der Debatte stehen nun Verantwortung, Einverständnis und die langfristigen Folgen von Objektifizierung in der Unterhaltungsbranche.

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