Deutsche Bahn: Pallas pragmatischer Kurs überzeugt – doch die Bewährungsprobe steht bevor
Anton WolfDeutsche Bahn: Pallas pragmatischer Kurs überzeugt – doch die Bewährungsprobe steht bevor
Evelyn Palla, die neue Chefin der Deutschen Bahn, erhält Zuspruch für ihren pragmatischen Führungsstil. Die Fahrgastvereinigung Pro Bahn lobt ihren Verzicht auf unrealistische Versprechungen über schnelle Verbesserungen. Doch das Unternehmen steht weiterhin vor gewaltigen Herausforderungen – von Milliardenverlusten bis zur steigenden Nachfrage.
Palla übernahm das Ruder in einer schwierigen Phase: Die Bahn verbucht seit Jahren hohe Verluste, was Forderungen nach mehr staatlichen Zuschüssen laut werden lässt. Gleichzeitig steigen die Fahrgastzahlen – nicht zuletzt dank des Erfolgs des 49-Euro-Deutschland-Tickets für den Regionalverkehr. Auch die Fernverkehrsdienste verzeichnen mehr Nutzer, da Autofahrer mit Staus und hohen Spritpreisen zu kämpfen haben.
Pro-Bahn-Vorsitzender Detlef Neuß unterstützt Pallas Kurs, betont aber, dass sie Rückendeckung von Politik und Konzern braucht. Die anstehenden Osterfeiertage werden eine Bewährungsprobe: Erwartet wird ein Reisewellen, bei dem viele Urlauber statt des Autos die Bahn wählen. Neuß warnt, dass das Image der Bahn leiden könnte, falls der Service unter der Last zusammenbricht.
Pallas Weigerung, schnelle Lösungen zu versprechen, gilt als erfrischender Kurswechsel. Die Unterstützung von Pro Bahn zeigt, wie sehr sich der Ton gegenüber der früheren Führung geändert hat. Doch der eigentliche Test wird sein, langfristige Fortschritte zu erzielen.
Die Osterferien werden zum Lackmustest für die Bahn. Angesichts hoher Spritpreise, die mehr Reisende in die Züge treiben, wird die Belastbarkeit des Netzes genau beobachtet. Pallas Offenheit hat ihr früh Sympathien eingebracht – doch nachhaltiger Erfolg hängt davon ab, ob sie Finanzmittel sichert und die Dienstleistungen verbessert.






