Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernneubau und setzt auf Sanierung des Bonatz-Baus
Anton WolfDüsseldorf stoppt Milliarden-Opernneubau und setzt auf Sanierung des Bonatz-Baus
Düsseldorf hat die Pläne für ein neues, vom Architekturbüro Snøhetta entworfenes Opernhaus im Wert von 1,8 Milliarden Euro aufgegeben. Stattdessen wird die Stadt ihr bestehendes Nachkriegsgebäude am Hofgarten modernisieren. Oberbürgermeister Stephan Keller bestätigte den Kurswechsel, nachdem die steigenden Kosten das ursprüngliche Projekt undurchführbar gemacht hatten.
Die Entscheidung folgt einer Kostenanalyse, die ergab, dass die Sanierung des aktuellen Bonatz-Baus bis zu 500 Millionen Euro kosten könnte. Dennoch bleibt dies deutlich günstiger als der Snøhetta-Entwurf, der nach explodierenden Ausgaben verworfen wurde. Das für den Neubau vorgesehene Grundstück, das die Stadt für 137 Millionen Euro erworben hatte, soll nun einer alternativen Nutzung zugeführt werden.
Architekten hatten kreative Lösungen für den Standort am Hofgarten vorgeschlagen. Ein Entwurf des Büros raumwerk sah vor, den Bau von 1956 in eine halbtransparente Hülle zu integrieren, um die Kapazität um 25 Prozent zu erhöhen. Eine weitere Idee bestand darin, die Oper durch gestaltete Freiflächen optisch mit der Kunsthalle und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zu verknüpfen.
Andernorts wurde das Rostocker Volkstheater, erbaut 1943, kürzlich unter Denkmalschutz gestellt. Die Entscheidung blockierte Pläne der CDU, das Haus für Neubauten abzureißen. Gleichzeitig entsteht in der Stadt bereits ein neues, 208 Millionen Euro teures Theater des Berliner Büros Hascher Jehle.
Düsseldorf konzentriert sich nun auf die Aufwertung der bestehenden Oper statt auf einen kostspieligen Neubau. Der Schritt spart zwar 1,8 Milliarden Euro, erfordert aber dennoch erhebliche Investitionen. Die Stadt bleibt Eigentümerin des Geländes, das ursprünglich für den Snøhetta-Entwurf vorgesehen war.






