Fürther Jugendrat fordert Hilfe statt Strafe für armutsbedingte Delikte
Tobias WernerFürther Jugendrat fordert Hilfe statt Strafe für armutsbedingte Delikte
Der Fürther Jugendrat hat einen Antrag mit dem Titel „Hilfe statt Strafe – Gemeinsam gegen Gewalt“ eingebracht. Dieser wird am 1. Juli beraten. Das Vorhaben zielt auf einen Wandel im gesellschaftlichen Umgang mit bestimmten Straftaten ab, insbesondere mit solchen, die aus Armut begangen werden.
Ursprünglich hatte der Jugendrat gefordert, dass der Verkehrsverbund VGN Fälle von Schwarzfahren nicht mehr bei der Polizei anzeigt. Später einigte man sich darauf, dass Menschen in prekären Verhältnissen nicht wegen Fahrkartenerschleichung strafrechtlich verfolgt werden sollten. Dies unterstreicht die zentrale These des Antrags: Strafe ist nicht immer die richtige Antwort.
Julia Dierauf, stellvertretende Vorsitzende des Jugendrats, betonte, dass junge Straftäter aus benachteiligten Verhältnissen gezielte Unterstützung benötigen. Der Rat setzt sich zudem dafür ein, dass die Jugendhilfe frühzeitig in Strafverfahren einbezogen wird. Alexander Bohn, der Vorsitzende des Jugendrats, hob die Bedeutung von aufsuchender Jugendarbeit wie Streetwork und mobilen Jugendangeboten hervor.
Über armutsbedingte Kriminalität hinaus fordert der Antrag eine zentrale Meldestelle für Opfer sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt. Der Jugendrat ist überzeugt, dass diese Maßnahmen die Ursachen statt nur die Symptome bekämpfen.
Der Antrag schlägt praktische Lösungen vor, etwa mobile Jugenddienste und frühzeitige Interventionen. Ziel ist es, Kriminalität durch die Bekämpfung ihrer Wurzeln zu verringern. Die Beratung am 1. Juli wird zeigen, wie es mit diesen Vorschlägen weitergeht.
