Gebrauchtwagenmarkt normalisiert sich nach jahrelanger Chipkrise und Rekordpreisen
Luisa HofmannGebrauchtwagenmarkt normalisiert sich nach jahrelanger Chipkrise und Rekordpreisen
Der globale Automarkt durchlebt seit Jahren Umbrüche – von pandemiebedingten Störungen bis hin zu explodierenden Gebrauchtwagenpreisen. Ein massiver Chipmangel im Jahr 2021 ließ die Fahrzeugproduktion um Millionen Einheiten einbrechen und trieb Käufer in den Secondhand-Markt. Nun, da sich die Lieferketten stabilisieren, zeigen sich erste Anzeichen einer Normalisierung auf dem Gebrauchtwagenmarkt.
Die Krise begann mit der Coronavirus-Pandemie, die weltweite Lieferketten durcheinanderbrachte. Die Autohersteller gerieten in Bedrängnis, als Halbleiterproduzenten ihre Kapazitäten auf Unterhaltungselektronik und IT umstellten. Durch den Chipmangel mussten Fabriken die Produktion drosseln, und die Wartezeiten für Neuwagen verlängerten sich von sechs auf bis zu achtzehn Monate.
Allein 2021 rollten zwischen sieben und elf Millionen weniger Fahrzeuge als geplant vom Band. Der Mangel an Neuwagen trieb die Nachfrage nach Gebrauchtfahrzeugen in die Höhe – zwischen 2021 und 2022 stiegen die Preise um etwa 19 Prozent. Auf dem Höhepunkt der Krise 2023 kostete ein durchschnittlicher Gebrauchtwagen in Deutschland rund 27.800 Euro, seitdem sind die Preise jedoch um etwa fünf Prozent gesunken.
Die Nachfrage blieb dennoch hoch: 2024 stieg die Zahl der Fahrzeugübertragungen um 7,4 Prozent auf etwa 6,48 Millionen Einheiten. Händler verkauften ihre Bestände schneller – die durchschnittliche Standzeit auf den Höfen verkürzte sich auf nur noch 57 Tage, deutlich unter dem Niveau vor der Pandemie. Während Modelle wie der VW Tiguan, der BMW X1 oder der Audi Q3 ihren Wert hielten, verloren dreijährige Elektroautos etwa die Hälfte ihres ursprünglichen Preises.
Der Markt passt sich nun nach Jahren der Turbulenzen an: Die Gebrauchtwagenpreise geben leicht nach, und der Umschlag beschleunigt sich. Doch die Folgen der Chipkrise und die veränderte Nachfrage prägen die Automobilbranche weiterhin.






