23 March 2026, 08:05

Grausamer Fund in Bodelshausen: Rehkitz stirbt nach Tierquälerei mit zugeklebtem Maul

Ein Reh und sein Fohlen, das in einem Waldgebiet von einer Trailkamera aufgenommen wurde.

Grausamer Fund in Bodelshausen: Rehkitz stirbt nach Tierquälerei mit zugeklebtem Maul

Verendetes Rehkitz in Bodelshausen mit zuggeklebtem Maul entdeckt

In Bodelshausen im Landkreis Tübingen wurde ein junges Rehkitz mit grausam zugeklebtem Maul gefunden. Das Tier wurde am 20. Juni 2023 in einem Garten in der Schlehenstraße entdeckt und löste bei Anwohnern sofort Bestürzung aus. Trotz Rettungsversuchen verendete das Kitz später aufgrund seines geschwächten Zustands.

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Anwohner hatten das verängstigte Tier zunächst mit Klebeband um die Schnauze gewickelt entdeckt. Sie griffen umgehend ein, entfernten das Band und setzten das Reh in der Nähe einer Waldhecke frei. Doch nur wenige Tage nach seiner Rettung, am 25. Juni, wurde das Tier tot aufgefunden – vermutlich eine Folge der schweren Belastung und der erlittenen Verletzungen.

Vorsätzliche Tierquälerei, wie in diesem Fall, verstößt gegen § 17 des deutschen Tierschutzgesetzes. Täter müssen mit Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldbußen rechnen. Falls die Misshandlung zu einem qualvollen Tod führt, drohen sogar bis zu fünf Jahre Haft. Die Tierrechtsorganisation PETA hat inzwischen eine Belohnung von 2.050 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung der Verantwortlichen führen.

Experten weisen auf einen besorgniserregenden Zusammenhang zwischen Tierquälerei und allgemeiner Gewaltbereitschaft hin. Dr. Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes betont, dass 80 bis 90 Prozent der extrem gewalttätigen Straftäter eine Vorgeschichte von Tiermisshandlungen aufweisen. Der Fall wirft nicht nur Fragen zum Artenschutz auf, sondern auch zur möglichen Zunahme gewalttätiger Übergriffe.

Der Tod des Rehkitzes unterstreicht die schweren Konsequenzen von Tierquälerei nach deutschem Recht. Die Ermittlungen der Behörden laufen derweil weiter, während PETAs Belohnung Zeugen ermutigen soll, sich zu melden. Der Vorfall erinnert an den gesetzlichen Schutz von Wildtieren – und an die Gefahren, die von solchen Gewaltakten ausgehen.

Quelle