20 March 2026, 18:04

Grüne und CDU in Baden-Württemberg: Pattsituation nach Wahlkrise und Skandalvideo

Gelblicher Zeitungsausschnitt mit schwarzer Tinte, Überschrift "Semanario Repúblicano Democrático Federal", das Wort "Diskussion" leicht zerknittert.

Skandal-Nachricht vor Wahl - Fischer bittet Hagel um Vergebung - Grüne und CDU in Baden-Württemberg: Pattsituation nach Wahlkrise und Skandalvideo

Die Spannungen in Baden-Württemberg bleiben hoch, nachdem die Grünen die Landtagswahl am 8. März nur knapp für sich entschieden haben. Die Partei erreichte 30,2 Prozent der Stimmen – knapp vor der CDU mit 29,7 Prozent –, sodass beide Fraktionen nun mit jeweils 56 Sitzen im Landtag vertreten sind. Ein jüngster Streit in den sozialen Medien, ausgelöst durch ein wiederaufgetauchtes Video, hat die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den beiden potenziellen Koalitionspartnern weiter belastet.

Auslöser der Kontroverse war ein Beitrag der Grünen-Politikerin Simone Fischer, in dem sie auf ein acht Jahre altes Video des CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel verwies. Die Aufnahme zeigt Hagel, wie er bewundernde Bemerkungen über eine minderjährige Schülerin macht, begleitet von einem Foto von ihm und der Schlagzeile "Offizielle Verwarnung" mit dem Text "Versteckt eure Kinder". Fischer löschte den Beitrag zwar später, schwieg zunächst jedoch zu dem Vorfall.

Die CDU warf den Grünen daraufhin eine "schmutzige Kampagne" vor, nachdem das Video erneut die Runde machte. Auch die Grünen-Abgeordnete Zoe Mayer hatte die umstrittene Aufnahme erneut geteilt und die Auseinandersetzung damit weiter angeheizt. Fischer entschuldigte sich schließlich persönlich bei Hagel und in einem Interview mit dem Südwestrundfunk (SWR) – ein Schritt, der nun als Versuch gewertet wird, das verlorene Vertrauen wiederherzustellen.

Trotz der Eskalation haben die Grünen die CDU zu offiziellen Sondierungsgesprächen eingeladen. Beide Parteien regierten bereits in der Vergangenheit in einer Grün-Schwarzen Koalition, doch diesmal lehnen vor allem der CDU-Landesverband Stuttgart und Persönlichkeiten wie Max Mörseburg eine Fortsetzung unter grüner Führung ab. Einige CDU-Mitglieder argumentieren, die Kampagnenführung der Grünen und das Fehlen einer klaren Mehrheit – trotz mehr direkt gewonnener Mandate – rechtfertigten einen Abbruch der Verhandlungen.

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Das Wahlergebnis hat Baden-Württemberg in eine seltene Pattsituation manövriert, ohne klare Perspektive. Nun müssen beide Seiten entscheiden, ob sie die Koalition wiederbeleben oder eine längere Phase der Unsicherheit riskieren wollen. Der Ausgang der Sondierungsgespräche wird in den kommenden Monaten die politische Richtung des Landes bestimmen.

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