Hamburg bewirbt sich mit grünem Olympia-Konzept für Spiele 2036 und später
Anton WolfHamburg plant Olympia mit grünem Band und erschwinglichen Tickets - Hamburg bewirbt sich mit grünem Olympia-Konzept für Spiele 2036 und später
Hamburgs rot-grüne Koalitionsregierung hat offiziell ihre Bewerbung um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele eingereicht. Das unter dem Motto "Eine Chance für alle" vorgestellte Konzept verspricht eine Mischung aus günstigen und kostenlosen Tickets sowie ein stadtweites "grünes Band" aus Parkanlagen. Sollte die Bewerbung erfolgreich sein, würden die Spiele die Infrastruktur und Sportlandschaft der Stadt grundlegend verändern.
Im Mittelpunkt des Antrags stehen zwei zentrale Standorte: die "Olympia-Stadtpark" und der "Olympiapark Altona". Diese Zonen sollen Hamburg zu einer inklusiven "Arena für alle" machen, mit Veranstaltungsorten, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind. Ein besonderes Highlight ist das "Olympische Grüne Band" – ein Netzwerk aus Parks und Grünflächen, das die Sporteinrichtungen im Volkspark mit dem Dove-Elbe-Wasserpark im Osten verbindet.
Die Binnenalster wird eine zentrale Rolle spielen: Hier sollen nicht nur die Eröffnungsfeier stattfinden, sondern auch Wettbewerbe im Padel-Tennis, Stand-Up-Paddling und Bogenschießen auf schwimmenden Plattformen ausgetragen werden. Eine Kletterwand am Südufer der Elbe bietet eine weitere einzigartige Location – mit Blick auf Hamburgs Skyline. Das ursprünglich in den Harburger Bergen geplante Mountainbiking wird nun in Wandsbek stattfinden, wo die ehemalige Deponie Hummelsbüttel für mehr Gestaltungsfreiheit und eine langfristige Nutzung genutzt wird.
Eine erfolgreiche Bewerbung könnte wichtige Verkehrsprojekte beschleunigen, darunter die U5- und S6-Schnellbahnlinien, während die Kapazität der U3 um 50 Prozent erhöht werden soll. Um Barrierefreiheit zu gewährleisten, planen die Organisatoren eine Million ermäßigte Tickets anzubieten, zusätzlich zu kostenlosen Eintritten für Ehrenamtliche und einkommensschwache Bürger:innen.
Das vorgeschlagene Budget Hamburgs von 4,8 Milliarden Euro steht in starkem Kontrast zu den Olympischen Spielen 1972 in München, die rund 1,35 Milliarden D-Mark (heute etwa 590 Millionen Euro) kosteten. Die Stadt konkurriert mit München, Berlin und Nordrhein-Westfalen um die Austragung der Spiele 2036, 2040 oder 2044. Eine öffentliche Volksabstimmung ist für Ende Mai geplant.
Der Erfolg der Bewerbung würde tiefgreifende Veränderungen für Hamburgs Verkehr, Sportstätten und öffentliche Räume mit sich bringen. Mit Fokus auf Bezahlbarkeit und Nachhaltigkeit hängt der Plan von der Zustimmung der Wähler:innen im anstehenden Referendum ab. Das Ergebnis wird entscheiden, ob die Stadt als Kandidatin für die Spiele in die nächste Runde kommt.






