Hamburgs Kreuzfahrthafen wächst – doch die Kritik an fossilen Brennstoffen bleibt
Luisa HofmannHamburg bleibt Deutschlands größter Kreuzfahrthafen - Hamburgs Kreuzfahrthafen wächst – doch die Kritik an fossilen Brennstoffen bleibt
Hamburg hat seine Position als Deutschlands führender Kreuzfahrthafen weiter ausgebaut und 2023 insgesamt 1,4 Millionen Passagiere begrüßt. Das entspricht einem Anstieg von 100.000 im Vergleich zum Vorjahr. Trotz des Wachstums im Tourismus und des Ausbaus grüner Infrastruktur steht die Branche jedoch weiterhin in der Kritik, da sie nach wie vor stark von fossilen Brennstoffen abhängig ist.
Im vergangenen Jahr liefen 295 Schiffe den Hafen an, wobei immer mehr Reisende ihren Aufenthalt verlängerten. 2023 verbrachten 38 % der Kreuzfahrtgäste mindestens eine Nacht in Hamburg – fast doppelt so viele wie noch 2016, als der Anteil bei 20 % lag. Im Durchschnitt gaben diese Besucher vor Ort 133,59 Euro aus und stärkten so die regionale Wirtschaft.
Auch bei der Reduzierung der Emissionen gab es Fortschritte: 162 Kreuzfahrtschiffe nutzten 2023 Landstrom – ein Plus von 25 % gegenüber 2022. Bis 2024 werden alle drei Hamburger Kreuzfahrtterminals über Landstromanschlüsse verfügen und damit die EU-Vorgaben vor Fristablauf erfüllen. Dies ist Teil umfassender Nachhaltigkeitsmaßnahmen im Hafen.
Umweltverbände bleiben dennoch skeptisch. Die Naturschutzorganisation NABU setzt sich seit 2011 für geringere CO₂-Emissionen in der Kreuzfahrtbranche ein. Die zögerliche Abkehr von fossilen Brennstoffen bleibt ein zentraler Kritikpunkt. Der NABU kündigte an, die Entwicklungen weiter zu beobachten und sich für strengere umweltfreundliche Richtlinien einzusetzen.
In den kommenden Jahren werden die Hamburger Terminals neue Schiffe begrüßen. Drei Linienschiffe legten 2025 erstmals an, während 2026 acht weitere – darunter die Explora III, die Scenic Eclipse II und die Valiant Lady – ihre Jungfernfahrten antreten sollen.
Hamburgs Kreuzfahrtindustrie wächst weiter, mit steigenden Passagierzahlen und einer verbesserten grünen Infrastruktur. Der Ausbau der Landstromversorgung und die Zunahme an Übernachtungen sind positive Signale, doch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen besteht fort. Umweltorganisationen wie der NABU werden auch in den nächsten Jahren weiter auf Veränderungen drängen.






