Harry Lightons Sozius revolutioniert queere Romantik mit düsterem Humor und BDSM-Dynamik
Tobias WernerHarry Lightons Sozius revolutioniert queere Romantik mit düsterem Humor und BDSM-Dynamik
Harry Lightons neuer Film Sozius bringt frischen Wind in die queere Romantik
Mit Sozius adaptiert Regisseur Harry Lighton den Roman Box Hill von Adam Mars-Jones und setzt dabei auf eine ungewöhnliche Mischung aus queerer Liebesgeschichte, düsteren Untertönen und absurdem Humor. Im Mittelpunkt steht Colin, ein Teenager aus dem Londoner Speckgürtel, der sich auf eine strenge Dom-Sub-Beziehung mit Ray einlässt – einem dominanten Biker, gespielt von Alexander Skarsgård. Anders als bei früheren viralen Erfolgen wie Gegnerische Glut verzichtet der Film auf klischeehafte Romantik und schafft stattdessen einen ganz eigenen, zwischen Ernsthaftigkeit und Komik schwankenden Ton.
Colin wird in Sozius nicht nur zum Soziusfahrer auf Rays Motorrad, sondern auch zum unterwürfigen Partner in dessen Welt. Skarsgårds Figur führt ihn in eine queere Biker-Gang ein und konfrontiert ihn mit den starren Regeln einer BDSM-Dynamik. Dabei nimmt sich der Film selbst nie zu ernst – scharfer Witz sorgt für die nötige Balance zu den intensiven Szenen.
Skarsgård, der durch seine Rolle als Eric Northman in True Blood international bekannt wurde, zeigt hier eine völlig andere Seite. Trotz seiner dominanten Ausstrahlung als Ray gesteht der Schauspieler in Interviews, selbst kein Motorrad zu besitzen – obwohl er einen Führerschein hat. Seine Besetzung verleiht dem Projekt zusätzlichen Glanz, nicht zuletzt wegen der Schauspieltradition seiner Familie: Sein Vater Stellan sowie seine Brüder Bill und Gustav sind ebenfalls bekannte Namen der Branche.
Sozius bricht bewusst mit dem Muster der oft viral gehenden, leichtfüßigen queeren Romantiken. Stattdessen orientiert sich der Film an Mars-Jones' literarischer Vorlage und bietet eine düstere, vielschichtige Auseinandersetzung mit Macht und Begierde. Bisher liegen keine frühen Rezensionen von internationalen Zuschauern oder spezifischen Zielgruppen vor. Doch gerade die ungewöhnliche Kombination aus BDSM-Themen, Biker-Kultur und skurrilem Humor könnte den Film von klassischen queeren Erzählungen abheben. Sein Erfolg wird davon abhängen, ob das Publikum diese unkonventionelle Herangehensweise an Romantik und Machtgefälle annimmt.






