IKEA setzt auf Mini-Filialen – und revolutioniert sein Deutschland-Geschäft
Tobias SeidelIKEA setzt auf Mini-Filialen – und revolutioniert sein Deutschland-Geschäft
IKEA ändert seine Strategie in Deutschland und setzt auf kleinere Filialen. Dieser Schritt folgt rückläufigen Umsätzen, veränderten Einkaufsgewohnheiten und starker Konkurrenz durch Onlinehändler wie Temu. Der erste dieser neuen Standorte hat bereits in Ingolstadt, Bayern, eröffnet.
Die neuen Läden werden deutlich kleiner sein als die klassischen IKEA-Einrichtungshäuser. Während herkömmliche Filialen etwa 35.000 Quadratmeter umfassen, werden die neuen im Schnitt nur 2.950 Quadratmeter groß sein. Am Standort Ingolstadt etwa sind 2.650 Artikel für den direkten Kauf vorrätig, zusätzlich werden rund 1.000 weitere Produkte zur Bestellung im Online-Shop präsentiert.
Die kleineren Filialen fungieren als Ausstellungsräume und Beratungszentren. Kunden können dort das Sortiment begutachten und einen Großteil des Katalogs für die Lieferung nach Hause bestellen. IKEA plant zunächst die Eröffnung von 20 dieser kompakteren Standorte, weitere sollen folgen – da sie schneller und kostengünstiger umsetzbar sind als große Einrichtungshäuser.
Die Neuausrichtung ist auch eine Reaktion auf den schwächelnden Möbelmarkt. Sie ermöglicht es dem Unternehmen, in Regionen vorzudringen, in denen sich große Filialen wirtschaftlich nicht lohnen würden. Der Online-Handel macht bei IKEA in Deutschland bereits fast 1,5 Milliarden Euro Umsatz aus – das entspricht etwa einem Viertel des gesamten Einzelhandelsertrags.
Das neue Konzept soll IKEA helfen, sich an veränderte Kundenerwartungen und wirtschaftliche Herausforderungen anzupassen. Die kleineren Läden ergänzen das Online-Geschäft und ermöglichen eine Präsenz in mehr Städten. Das Unternehmen erhofft sich dadurch eine Stärkung seiner Marktposition in Deutschland.
