Jan van Aken tritt als Linkspartei-Chef zurück – ein politisches Erdbeben
Tobias SeidelJan van Aken tritt als Linkspartei-Chef zurück – ein politisches Erdbeben
Jan van Aken ist als Vorsitzender der Linkspartei nach einer kurzen, aber prägenden Amtszeit zurückgetreten. Sein ungeschminkter Stil und seine scharfe Kritik an der Regierung unter Friedrich Merz machten ihn zu einer der bekanntesten Figuren der deutschen Politik. Gemeinsam mit Ines Schwerdtner verhalf er der Partei zu einem bemerkenswerten Aufstieg in den Umfragen.
Van Aken und Schwerdtner übernahmen die Führung, als die Linkspartei in den Umfragen bei nur 2 bis 3 Prozent lag. Ihr Duo zog schnell Aufmerksamkeit auf sich – van Akens direkte Rhetorik sprach vor allem Wähler an, die mit den anderen Parteien unzufrieden waren. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 erreichte die Linke 8,8 Prozent der Stimmen und gewann dabei über 700.000 ehemalige Wähler der Grünen.
Zusammen mit Heidi Reichinnek stärkte er zudem die Glaubwürdigkeit der Partei in der Außenpolitik, insbesondere bei älteren Wählern. Van Akens kompromissloser Kurs beschränkte sich nicht auf die Politik: Im Mai 2026 forderte er den Wohnungsriesen Vonovia öffentlich heraus. Er kündigte an, auf dessen Dach gegen illegale Mieterhöhungen und mutmaßliche Korruption zu protestieren.
Bei seiner letzten Pressekonferenz präsentierte van Aken eine schwarze Kiste, die er bisher unter dem Tisch versteckt gehalten hatte. Zudem gestand er Journalisten, dass er und Schwerdtner sie zwei Jahre lang „an der Nase herumgeführt“ hätten. Trotz seiner kurzen Amtszeit war sein Einfluss unübersehbar. Er lobte Schwerdtner für ihre „absolut herausragende Arbeit“ während ihrer gemeinsamen Zeit.
Luigi Pantisano soll nun auf dem anstehenden Parteitag in Potsdam zum neuen Vorsitzenden gewählt werden. Unter van Aken und Schwerdtner stiegen die Umfragewerte der Linkspartei deutlich an. Ihre Führung brachte frischen Schwung und einen deutlichen Wählerzulauf. Jetzt liegt es an Pantisano, diesen Aufwind zu nutzen.






