Kartellstreit eskaliert: Daimler bricht Schweigen – BMW stoppt Zusammenarbeit
Luisa HofmannKartellstreit eskaliert: Daimler bricht Schweigen – BMW stoppt Zusammenarbeit
Deutsche Automobilhersteller sind seit zwei Jahren in eine Kartelluntersuchung verwickelt. Der Fall hat besondere Aufmerksamkeit erregt, nachdem Daimler Whistleblower-Status beantragt und sich erstmals öffentlich zu den Vorwürfen geäußert hat.
Bei einer Veranstaltung in Stuttgart nahm Daimler-Chef Dieter Zetsche zu den Kartellvorwürfen Stellung. Er betonte, dass die Selbstanzeige des Unternehmens und der Antrag auf Milde keine Schuldanerkenntnisse oder Eingeständnisse von Fehlverhalten darstellten. Die EU führt seit 2016 Vorermittlungen in der Sache durch.
Unterdessen reagierte BMW mit Verärgerung und Unverständnis über Daimlers Vorgehen. Der Konzern hat alle gemeinsamen Projekte mit dem Konkurrenten vorerst ausgestzt, bis die Angelegenheit geklärt ist. BMW-Chef Harald Krüger hatte eigentlich an einem Branchengipfel teilnehmen sollen, sagte jedoch wegen Krankheit ab.
Die Gespräche unter den deutschen Autoherstellern hatten sich zuvor auf technische Standards und verwandte Themen konzentriert.
Daimlers Antrag auf Strafmilderung wird noch geprüft, wobei das Unternehmen nicht bekannt gab, wann es den Antrag eingereicht hat. BMWs Entscheidung, die Zusammenarbeit einzustellen, unterstreicht die Belastung, die die Ermittlungen auf die Branchenbeziehungen ausüben. Während beide Konzerne mit den rechtlichen und operativen Folgen ringen, läuft die EU-Untersuchung weiter.






