23 March 2026, 04:04

Kemptens CSU-Ära endet nach 30 Jahren durch Überraschungssieg der Freien Wähler

Karte von Deutschland mit Bundesländern in Rot und Blau markiert, um die Ergebnisse der Wahl 2016 anzuzeigen, einschließlich der Namen der Kandidaten und des Wahldatums.

Kemptens CSU-Ära endet nach 30 Jahren durch Überraschungssieg der Freien Wähler

Kemptens langjähriger Oberbürgermeister Thomas Kiechle (CSU) hat nach zwei Amtszeiten sein Amt verloren. Bei der Stichwahl setzte sich Christian Schoch von den Freien Wählern mit 55 Prozent der Stimmen durch und beendete damit die 30-jährige Vorherrschaft der CSU im Kemptener Rathaus.

Die CSU hatte die Geschicke der Stadt seit 1996 gelenkt, als Ulrich Netzer den damaligen SPD-Amtsinhaber besiegte. Netzer regierte bis 2014, bevor er das Amt an Kiechle übergab – den Sohn des früheren Bundeslandwirtschaftsministers Ignaz Kiechle. Unter Kiechles Führung behielt die CSU die Oberhand und gewann die Wahlen 2014 und 2020 jeweils mit über 50 Prozent der Stimmen.

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Im Laufe der Jahre verschob sich das politische Gefüge in Kempten: Die Grünen und die Freien Wähler gewannen an Einfluss, während die SPD auf etwa 15 Prozent absank. Die AfD etablierte sich ebenfalls und erreichte bis 2024 Werte zwischen 8 und 10 Prozent. Die Wahlbeteiligung bei den Oberbürgermeisterwahlen stieg von 45 Prozent im Jahr 1996 auf Spitzenwerte von fast 60 Prozent – ein Zeichen für ein wettbewerbsintensiveres und zersplitterteres Parteienspektrum.

Bei dieser Wahl lag die Beteiligung jedoch bei nur 43,6 Prozent. Kiechle, der seit 2014 im Amt war, erhielt 45 Prozent der Stimmen – genug für die Stichwahl, aber nicht für eine dritte Amtszeit. Schochs Sieg beendet nun die jahrzehntelange Dominanz der CSU in Kempten.

Das Ergebnis bringt die Freien Wähler erstmals an die Spitze des Rathauses. Schoch wird das Amt antreten, nachdem er Kiechle in der direkten Abstimmung geschlagen hat. Damit endet eine 30-jährige Ära der CSU-Führung in der Stadt.

Quelle