30 March 2026, 10:05

Massendemonstrationen in Bonn und Köln fordern Ende der Gewalt gegen Frauen

Eine Gruppe von Menschen auf einer Straße mit einem Banner, auf dem steht: "Du kannst uns nicht unterkriegen, vereine dich widerstehe Feministin", mit einem Fahrrad in der Nähe und Ballons im Hintergrund bei klarem blauem Himmel.

Massendemonstrationen in Bonn und Köln fordern Ende der Gewalt gegen Frauen

Hunderte Menschen gingen am Sonntag in Bonn auf die Straße, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren. Die Demonstration folgte einem größeren Marsch in Köln am Vortag, bei dem sich über 5.000 Menschen für dieselbe Sache versammelt hatten. Beide Veranstaltungen spiegelten die wachsende öffentliche Empörung über Gewalt gegen Frauen in der Region wider.

Der Protest in Bonn begann auf dem Marktplatz, wo sich mehr als 500 Demonstrantinnen und Demonstranten vor dem alten Rathaus versammelten. Viele trugen Schilder mit kraftvollen Botschaften, darunter eines mit der Aufschrift "Girls just wanna be safe" – eine Anspielung auf den Song von Cindy Lauper – und ein weiteres mit der Aussage "Wir sind wütend". Die Kundgebung wurde von einem Bündnis lokaler Parteien organisiert, darunter die Grünen, die CDU, die SPD und Volt.

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Rednerinnen und Redner bei der Veranstaltung forderten Männer auf, mehr Verantwortung im Kampf gegen frauenfeindliche Einstellungen und Gewalt zu übernehmen. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz dafür, sich nicht stärker für strengere gesetzliche Schutzmaßnahmen für Frauen einzusetzen.

Die Proteste finden vor dem Hintergrund einer bundesweiten Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen statt. Eine Untersuchung von Der Spiegel aus dem Jahr 2023 sowie der viel beachtete Deepfake-Fall um Collien Fernandes deckten rechtliche Lücken und erschreckend niedrige Anzeigenquoten auf – nur 2,4 % der Fälle werden zur Anzeige gebracht. Offizielle Zahlen zeigen 18.224 weibliche Opfer im Jahr 2024, ein Anstieg von 6 % im Vergleich zum Vorjahr. Als Reaktion darauf setzen sich Organisationen wie TERRE DES FEMMES und Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) für ein Gesetz zum Schutz vor digitaler Gewalt ein. Ein Entwurf, der Deepfakes, Cyberstalking und Doxxing unter Strafe stellen soll, wird für das Frühjahr 2026 erwartet. Der Vorschlag stößt auf breite Unterstützung in der Regierung und bei den meisten Bundestagsparteien – mit Ausnahme der AfD.

Der Bonner Protest unterstrich die Dringlichkeit des Themas im Rheinland. Angesichts steigender Fallzahlen und anhaltender rechtlicher Diskussionen wächst der Druck auf strengere Schutzmaßnahmen gegen sowohl physische als auch digitale Gewalt. Die Demonstrationen zeigen eine zunehmende Nachfrage nach konkreten Maßnahmen vonseiten der Politik.

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