Massenrücktritt im CSU-Mittelstand: Warum der gesamte Vorstand in Hof geht
Tobias WernerMassenrücktritt im CSU-Mittelstand: Warum der gesamte Vorstand in Hof geht
Der gesamte Vorstand der Mittelstandsunion im bayerischen Landkreis Hof ist zurückgetreten. In einem offenen Brief kündigten fünf Mitglieder ihren Rücktritt an und begründeten dies mit tiefer Unzufriedenheit über ihre Rolle innerhalb der Organisation.
Cornelia und Yvonne Jeschek, Doris Wirth-Narr, Claus Hofmann sowie Sascha Rödel reichten ihre Rücktritte gemeinsam ein. Sie erklärten, ihre Möglichkeiten, Entscheidungen mitzugestalten, seien massiv eingeschränkt worden. Ihre Frustration erstrecke sich dabei nicht nur auf den lokalen Verband, sondern betreffe auch die regionale und Landesebene.
Die Vorstandsmitglieder kritisierten, dass zentrale Entscheidungen zu kleinen und mittleren Unternehmen häufig ohne ihre Mitwirkung getroffen würden. Zudem bemängelten sie die zunehmend schwierige Vertretung der Interessen des Mittelstands unter dem Dach der CSU. Fachliche Expertise und praktische Rückmeldungen aus der Basis, so ihre Aussage, würden oft ignoriert, um bestehende Machtstrukturen zu erhalten.
Auch Michael Kretzer, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender der Mittelstandsunion in Oberfranken und Leiter des Hof-Kreisverbands, trat zurück. Er verließ sowohl die Organisation als auch die CSU und warf der Partei vor, den Kontakt zu ihren Mitgliedern und zum Mittelstand verloren zu haben. Der Vorstand verwies zudem auf Missstände bei der Rentenpolitik, wachsende Bürokratie und steigende Energiekosten.
Durch den kollektiven Rücktritt bleibt der Kreisverband Hof ohne Führung. Die ausscheidenden Mitglieder machten deutlich, dass ihre Kritik struktureller Natur sei und nicht nur lokale Probleme betreffe. Ihr Ausstieg deutet auf eine tiefere Unzufriedenheit innerhalb der Mittelstandsunion und deren Verhältnis zur CSU hin.
