Mercedes-Benz fordert längere Arbeitszeiten – doch die Belegschaft widerspricht
Anton WolfMercedes-Benz fordert längere Arbeitszeiten – doch die Belegschaft widerspricht
Mercedes-Benz steht unter Druck wegen hoher Arbeitskosten in Deutschland
Das Unternehmen hat eingeräumt, dass seine strukturellen Ausgaben – insbesondere die Löhne – im internationalen Vergleich weniger wettbewerbsfähig sind. Die Debatte über mögliche Lösungen zur Steigerung der Effizienz und Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit nimmt an Fahrt auf.
Martin Brudermüller, Aufsichtsratsvorsitzender von Mercedes-Benz, forderte kürzlich die deutschen Beschäftigten auf, längere Arbeitszeiten zu akzeptieren, um die Personalkosten zu senken. Dies würde dem Konzern helfen, international konkurrenzfähig zu bleiben, argumentierte er.
Ergun Lümali, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats von Mercedes-Benz, lehnte den Vorschlag jedoch ab. Unbezahlte Mehrarbeit löse nicht das Problem der Unterauslastung einiger deutscher Werke, betonte er. Die Mitarbeiter arbeiten derzeit eine 35-Stunden-Woche – und nicht die traditionellen 40 Stunden.
Mercedes-Benz bestätigte, dass derzeit keine offiziellen Verhandlungen über eine Änderung der Arbeitszeiten laufen. Allerdings werde mit den Arbeitnehmervertretern über Effizienzsteigerungen gesprochen. Die Tarifverhandlungen liegen in der Verantwortung der IG Metall und der Arbeitgeberverbände, sodass direkte Gespräche auf Unternehmensebene derzeit nicht möglich sind.
Der Konzern prüft weiterhin Möglichkeiten, die Kosten zu senken und die Produktivität zu erhöhen. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen dauern an, doch kurzfristige Änderungen der Arbeitszeiten sind nicht geplant. Die aktuelle 35-Stunden-Woche bleibt vorerst bestehen.
