07 April 2026, 12:06

Mit 73 noch hinter dem Apothekentresen: Warum dieser Rentner nicht aufhören will

Schwarzes und weißes Stempelabbild mit 'Theorie der Pharmazie'-Text, umrahmt von einem dekorativen Rahmen.

Mit 73 noch hinter dem Apothekentresen: Warum dieser Rentner nicht aufhören will

Mit 73 Jahren hätte Klaus Rabe längst in Rente sein können. Doch statt den Ruhestand zu genießen, arbeitet der ehemalige selbstständige Apotheker heute als Aushilfsapotheker und reist durch ganz Deutschland, um dort einzuspringen, wo er gebraucht wird. Sein beruflicher Wandel kam nach fast vier Jahrzehnten in eigener Praxis – doch die praktische Arbeit hinter dem Apothekentresen liegt ihm immer noch mehr als ein ruhiger Lebensabend.

In den frühen 1980er-Jahren eröffnete Rabe seine erste Apotheke in der Nähe von Kiel. Mit der Zeit baute er vier Filialen auf, bevor er das Geschäft 2018 verkaufte. Statt sich komplett zurückzuziehen, entschied er sich für die Aushilfstätigkeit – ein Schritt, der sowohl finanziellen Gründen als auch seiner Leidenschaft für den Beruf geschuldet war.

Seit acht Jahren arbeitet er nun in etwa 40 verschiedenen Apotheken. Manche Einsätze dauerten mehrere Wochen, um Urlaubsvertretungen oder Personalengpässe zu überbrücken, andere waren Notfalleinsätze. Seine Erfahrung macht ihn flexibel, und er findet sich schnell in neuen Teams zurecht – oft auch kurzfristig, wenn sein Terminkalender es zulässt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Arbeit liegt ihm. Aushilfseinsätze sind gut bezahlt, und er schätzt es, "wieder an vorderster Front" zu stehen, ohne sich mit dem Papierkram einer eigenen Apotheke befassen zu müssen. Doch die Branche hat sich verändert. Rabe hat in den letzten neun Jahren miterlebt, wie mindestens acht Apotheken schließen mussten, was die Nachfrage nach temporären Vertretungen verringert hat. Auch eine bessere Personalplanung in den verbleibenden Apotheken hat den Bedarf an Aushilfskräften wie ihm gesenkt.

Trotzdem bleibt er einsatzbereit. Wenn ein Anruf kommt und er Zeit hat, packt er seine Tasche und macht sich auf den Weg – ob in eine ländliche Dorfapotheke oder eine Stadtfiliale.

Rabes Berufsweg spiegelt den Wandel der deutschen Apothekenlandschaft wider. Weniger unabhängige Apotheken bedeuten weniger Möglichkeiten für Aushilfstätigkeiten, doch er bleibt dem Beruf treu, den er wie kein anderer kennt. Vorerst füllt er weiter Lücken, wo sie entstehen – einen Einsatz nach dem anderen.

Quelle