24 March 2026, 12:06

Neues Gesetz: Ärzte sollen Rezepte direkt an Apotheken schicken – Entlastung für Pflegeheime

Plakat für Pflegeschwester-Woche 2020 mit zwei Fotos von Pflegern links und dem Text "Mitgefühl, Expertise, Vertrauen" rechts, mit einem Logo in der rechten unteren Ecke.

Neues Gesetz: Ärzte sollen Rezepte direkt an Apotheken schicken – Entlastung für Pflegeheime

Ein neuer Gesetzentwurf in Deutschland soll es Ärztinnen und Ärzten ermöglichen, Rezepte für Bewohner von Pflegeheimen direkt an Apotheken zu übermitteln. Die Änderung zielt darauf ab, den bürokratischen Aufwand zu verringern und das Pflegepersonal zu entlasten. Allerdings bringt die Umstellung auch zusätzliche Kosten und Verwaltungsarbeit für Arztpraxen mit sich.

Die geplante Regelung ist Teil des Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG). Künftig sollen Ärzte Rezepte – einschließlich E-Rezepte – elektronisch direkt an die beliefernde Apotheke übermitteln. Dadurch entfällt für Pflegeheime die Notwendigkeit, Papierrezepte manuell zu sammeln und zu überbringen.

Technische Prüfmechanismen stellen sicher, dass Pflegeheime über jedes Rezept informiert werden, sofern die Bewohnerin oder der Bewohner nicht widerspricht. Aktuell nutzen jedoch erst 22 Prozent der deutschen Apotheken das dafür erforderliche KIM-System (Kommunikation im Medizinwesen).

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Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) erwartet durch den Wegfall der manuellen Bearbeitung Einsparungen von rund 5 Millionen Euro für Pflegeheime. Gleichzeitig entstehen in Arztpraxen zusätzliche Aufgaben, etwa die Prüfung von Versorgungsverträgen und die elektronische Übermittlung jedes einzelnen Rezepts. Das Ministerium schätzt, dass dadurch Personalkosten in Höhe von 9,7 Millionen Euro anfallen, was eine Nettobelastung von 4,7 Millionen Euro bedeutet.

Die Maßnahme gilt als Übergangslösung, bis Pflegeheime bis zum 1. Januar 2029 an den speziellen Dienst angebunden werden.

Das Gesetz wird die Rezeptabwicklung in Pflegeheimen vereinfachen, während es den Verwaltungsaufwand für Ärzte erhöht. Apotheken müssen das KIM-System flächendeckend einführen, um die Umstellung zu unterstützen. Die Gesamtkosten für das Gesundheitssystem werden unter der neuen Regelung auf 4,7 Millionen Euro geschätzt.

Quelle