Pflegereform alarmiert Caritas: Höhere Eigenanteile drohen Pflegebedürftigen und Angehörigen
Anton WolfPflegereform alarmiert Caritas: Höhere Eigenanteile drohen Pflegebedürftigen und Angehörigen
Eine geplante Reform der deutschen Pflegeversicherung hat den Caritasverband alarmiert: Er warnt vor steigenden Kosten für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Die Präsidentin des Verbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa, forderte die Verantwortlichen auf, weitere Erhöhungen der Eigenanteile in stationären Pflegeeinrichtungen zu vermeiden. Ihre Stellungnahme erfolgt im Vorfeld des Entwurfes von Gesundheitsministerin Nina Warken, der für Mitte Mai erwartet wird.
Im Rahmen der aktuellen Reformdebatte wird diskutiert, die Frist zu verlängern, nach der sich die persönlichen Zuzahlungen zur Pflege verringern. Statt wie bisher nach 12 Monaten in einer Einrichtung müssten die Bewohner künftig 18 Monate warten. Welskop-Deffaa kritisierte, dass diese Änderung Familien dazu drängen könnte, Vermögen vor dem Pflegefall auf Angehörige zu übertragen – und damit die Gerechtigkeit des Systems untergraben würde.
Der Caritasverband betonte zudem die Bedeutung der Generationensolidarität bei der Finanzierung der Pflege. Das Bundesverfassungsgericht hatte bereits entschieden, dass generationenübergreifende Beiträge hier stärker zu gewichten sind als in anderen Zweigen der Sozialversicherung. Welskop-Deffaa forderte, zentrale Leistungen zu erhalten – darunter die beitragsfreie Familienmitversicherung, gestaffelte Beiträge nach Kinderzahl sowie Rentenansprüche für pflegende Angehörige.
Die Organisation warnte, dass die Reform zwar kurzfristig Kosten sparen könnte, aber das gestufte Entlastungsmodell gefährdet. Dadurch drohe eine noch größere finanzielle Belastung für Pflegebedürftige und ihre Familien.
Der für Mitte Mai erwartete Reformentwurf wird regeln, wie die Kosten zwischen Pflegebedürftigen, Angehörigen und dem Versicherungssystem aufgeteilt werden. Der Caritasverband machte deutlich, dass Veränderungen keine zusätzliche finanzielle Belastung für schwächere Gruppen mit sich bringen dürfen. Die Entscheidung wird auch beeinflussen, wie die Generationensolidarität innerhalb der Pflegeversicherung ausgewogen bleibt.






