Protestbündnis gegen rechtsextreme Plattform Nius formiert sich in Kreuzberg
Luisa HofmannProtestbündnis gegen rechtsextreme Plattform Nius formiert sich in Kreuzberg
Rund 250 Menschen füllten letzte Woche einen Veranstaltungsort in Kreuzberg, um ein Protestbündnis gegen Nius zu gründen – eine rechtsextreme Medienplattform. Die Organisatoren hatten mit möglichen Störungen gerechnet, auch durch Mitarbeiter von Nius, doch die Veranstaltung verlief ohne größere Zwischenfälle. Die Teilnehmer kritisierten das Portal scharf für die Verbreitung spaltender Inhalte und gezielte Hetzkampagnen gegen Einzelpersonen.
Die Kundgebung fand im Dragonerareal-Komplex statt, wo antifaschistische Aktivisten draußen Wache standen. Im Inneren beschrieben Redner Nius als einen "digitalen Pranger", der mit Klischees und Diffamierungskampagnen handelt. Ein Schwerpunkt lag auf Guido Arnold, Mitglied des technikkritischen capulcu-Kollektivs, der wiederholt mit Belästigungen in Verbindung mit der Plattform konfrontiert wurde.
Nius wirbt aggressiv für eigene Veranstaltungen, während es Gegner – etwa die Initiative "Nein zu Nius" – pauschal als "linksradikal" und steuerfinanziert diffamiert. Trotz dieser konfrontativen Haltung bleibt das Portal ein Nischendasein in der deutschen Medienlandschaft: Es schafft es nicht unter die Top 100 der Online-Nachrichtenangebote. Finanzunterlagen belegen zudem einen Verlust von 13 Millionen Euro im Jahr 2023.
Das Protestbündnis diskutierte Gegenstrategien, darunter öffentliche Gegenwehr, Solidaritätsnetzwerke und breitere Mobilisierung. Hinter der Plattform steht der Multimillionär Frank Gotthardt, der enge Verbindungen zur CDU-Führung unterhält. Seine finanzielle Unterstützung hält Nius trotz geringer Reichweite und wirtschaftlicher Probleme am Laufen.
Die Kreuzberger Veranstaltung markierte den Auftakt einer koordinierten Gegenoffensive gegen Nius und seine Methoden. Die Teilnehmer verließen den Ort mit Plänen, den Widerstand durch lokale Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit auszubauen. Trotz finanzieller Schwierigkeiten und geringer Nutzerzahlen drosselt die Plattform ihre Produktion polarisierender Inhalte nicht.






