Rapsanbau 2026: Glanzkäfer droht – wann lohnt sich die Bekämpfung wirklich?
Tobias SeidelRapsanbau 2026: Glanzkäfer droht – wann lohnt sich die Bekämpfung wirklich?
Raps entwickelt sich in diesem Frühling in vielen Regionen gut
Die Winterrapsbestände zeigen in diesem Frühjahr ein gesundes Wachstum. Die Pflanzen befinden sich bereits im Schossstadium, und die Hauptblütenstände sind sichtbar. Doch die Landwirte müssen 2026 mit einer erneuten Bedrohung durch den Rapsglanzkäfer rechnen.
Der Käfer stellt ein ernstes Risiko für die Erträge dar, doch eine Bekämpfung lohnt sich wirtschaftlich erst, wenn vor der Blüte mehr als zehn Käfer pro Hauptknospe auftreten. Gelbschalenfänge allein reichen nicht als Entscheidungsgrundlage aus – entscheidend ist vielmehr die gezielte Kontrolle der einzelnen Knospen.
Bei der Feldbegehung sollten die Landwirte transektartig durch den Bestand gehen und nicht nur die Ränder prüfen. Bei frühem Befall (BBCH 51–59) können acetamipridhaltige Mittel wie Mospilan SG oder Danjiri eingesetzt werden, wobei Zusatzstoffe verboten sind, um eine Honigverunreinigung zu vermeiden. Falls gleichzeitig Rapsstängelrüssler und Glanzkäfer bekämpft werden müssen, kommt Trebon 30 EC infrage – allerdings erst nach Beendigung der täglichen Bienenflugaktivität.
Für spätere Behandlungen bieten tau-fluvalinathaltige Produkte wie Mavrik Vita oder Evure eine bienenfreundliche Alternative. In vielen Fällen lässt sich der Insektizideinsatz sogar ganz vermeiden, was Kosten spart und die Umwelt entlastet. Landwirte sollten sich für maßgeschneiderte Empfehlungen an das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR) wenden.
Die Herausforderung besteht darin, Schädlingsbekämpfung, Bienenschutz und Wirtschaftlichkeit in Einklang zu bringen. Eine sorgfältige Feldbeurteilung und fachkundige Beratung helfen dabei, zu entscheiden, ob ein Eingriff notwendig ist. Der richtige Ansatz kann in dieser Saison sowohl Geld als auch die Gesundheit des Bestands retten.






