Rentenreform: Höheres Eintrittsalter und kapitalgedeckte Säule geplant
Tobias WernerRentenreform: Höheres Eintrittsalter und kapitalgedeckte Säule geplant
Eine Regierungskommission hat weitreichende Reformen des deutschen Rentensystems vorgeschlagen. Die Pläne umfassen eine Anhebung des Renteneintrittsalters, die Abschaffung vorzeitiger Altersruhemöglichkeiten sowie die Einführung einer neuen kapitalgedeckten Säule. Die politischen Reaktionen lassen bereits erste Zustimmung, aber auch Kritik erkennen.
Die Rentenkommission empfiehlt eine schrittweise Erhöhung der gesetzlichen Regelaltersgrenze über 67 Jahre hinaus und schlägt vor, diese an die Lebenserwartung zu koppeln. Zudem soll die bisherige Regelung gestrichen werden, die es Beitragszahlern mit 45 Versicherungsjahren ermöglicht, ohne Abzüge früher in Rente zu gehen.
Die Kommission regt außerdem an, die gesetzliche Rentenversicherung auf Selbstständige und Politiker auszuweiten. Ergänzend soll eine neue kapitalgedeckte Säule in das System integriert werden. Beamte behalten zwar ihre Befreiung von der Versicherungspflicht, ihr Renteneintrittsalter würde jedoch an das gesetzliche System angeglichen.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte an, die Empfehlungen zügig umsetzen zu wollen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) forderte eine breite Debatte über die Rentenvorschläge und betonte, dabei besonders die Auswirkungen auf Rentner in Ostdeutschland zu berücksichtigen. Zudem verlangte er, die Situation der Beamten in die Diskussion einzubeziehen. Die AfD und die BSW kritisierten bereits die Pläne zur Anhebung des Renteneintrittsalters und zur Einschränkung des vorzeitigen Ruhestands.
Die vorgeschlagenen Reformen würden die Rentenbeiträge und Altersvorsorgeregeln für viele Gruppen grundlegend verändern – darunter Beamte, Selbstständige und Politiker. Nun steht die Regierung vor der Aufgabe, die Empfehlungen in konkrete Politik umzusetzen und dabei regionale sowie politische Bedenken zu berücksichtigen.






