07 April 2026, 10:05

Rettungsdeal für Domo in Leuna: Ein Hoffnungsschimmer für die ostdeutsche Chemieindustrie

Liniengraph, der die US-Öl/Petroleum-Produktion, -Importe und -Exporte im Zeitverlauf zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Rettungsdeal für Domo in Leuna: Ein Hoffnungsschimmer für die ostdeutsche Chemieindustrie

Die chemische Industrie in Ostdeutschland durchlebt seit drei Jahren einen stetigen Niedergang. Hohe Kosten, schwache Nachfrage und globaler Wettbewerb haben die Unternehmen an den Rand des Ruins getrieben. Nun bietet ein möglicher Rettungsdeal für die insolventen Tochtergesellschaften des belgischen Konzerns Domo am Standort Leuna einen seltenen Hoffnungsschimmer für die kriselnde Branche.

Die Krise hat die traditionelle chemische Produktion hart getroffen: Im vergangenen Jahr sank die Produktion um drei Prozent. Die Fabriken arbeiteten mit nur 72 Prozent Auslastung – weit unter dem üblichen Niveau. Derweil stieg der Umsatz der gesamten chemischen und pharmazeutischen Industrie in Ostdeutschland 2025 leicht um 0,5 Prozent auf 28,5 Milliarden Euro, getrieben allein durch den Pharmabereich.

Die Belastungen durch Energie- und Rohstoffkosten bleiben erdrückend, während neue Vorschriften und der scharfe internationale Wettbewerb den Druck weiter erhöhen. Geopolitische Spannungen, etwa der Nahostkonflikt, verschärfen die Lage zusätzlich. Die Folgen sind spürbar: Die Branche beschäftigt noch rund 63.000 Menschen – deutlich weniger als in den Vorjahren.

Mit einer schnellen Erholung rechnet kaum jemand. Nur jedes zehnte Unternehmen erwartet kurzfristige Besserung, und der Branchenverband hat mittlerweile ganz auf Prognosen verzichtet. Vor diesem Hintergrund sticht die geplante Übernahme der beiden insolventen Domo-Tochtergesellschaften durch den Standortbetreiber InfraLeuna und Leuna-Harze heraus. Sollte der Deal perfekt gemacht werden, wäre dies eine der seltenen positiven Entwicklungen für die Region.

Am Mittwoch werden Sachsens-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze, der vorläufige Insolvenzverwalter und Vertreter des Chemieparks Leuna über den aktuellen Stand informieren.

Die mögliche Rettung von Domo könnte dem Chemiestandort Leuna dringend benötigte Stabilität verleihen. Während die Branche insgesamt weiter schrumpft, könnte der Deal den Arbeitsplatzabbau bremsen und die lokale Produktion stützen. In den kommenden Tagen sollen die nächsten Schritte konkretisiert werden.

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