SPD Baden-Württemberg wählt neue Doppelspitze nach historischer Wahlniederlage
Anton WolfSPD Baden-Württemberg wählt neue Doppelspitze nach historischer Wahlniederlage
Die SPD in Baden-Württemberg hat eine neue Doppelspitze gewählt, um die Partei in die Zukunft zu führen. Isabel Cadematori und Robin Mesarosch sicherten sich in einer Mitgliederbefragung die absolute Mehrheit und erhielten 56,5 Prozent der Stimmen. Ihre Wahl folgt auf eine historische Wahlniederlage der Partei im März, als sie nur 5,5 Prozent der Landesstimmen erreichte.
Der interne Wahlkampf stieß bei den rund 30.000 Parteimitgliedern auf großes Interesse. Die Beteiligung lag bei 46,5 Prozent – eine bemerkenswert hohe Wahlbeteiligung für diese Abstimmung. Die Ergebnisse markieren einen Neuanfang nach einer turbulenten Phase in der jüngeren Parteigeschichte, darunter der überraschende Rücktritt der damaligen Vorsitzenden Leni Breymeier 2018 noch vor der offiziellen Ankündigung einer Mitgliederabstimmung.
Cadematori und Mesarosch haben klare Pläne für ihre Amtszeit. Sie wollen die Partei durch eine Konzentration auf soziale Ungleichheit und Klimaschutz neu aufbauen. Auch die Kommunikation soll sich ändern: Statt einzelner Stellungnahmen soll es künftig mehr abgestimmte Kampagnen geben, um geschlossener aufzutreten. Mesarosch hat sich bereits kritisch geäußert – etwa zur Wahl von Sascha Binder zum Fraktionsvorsitzenden nach der März-Niederlage.
Die neuen Spitzenkandidaten müssen ihre Positionen noch offiziell auf einem Parteitag in Ulm an diesem Wochenende bestätigt bekommen.
Die Doppelspitze übernimmt die Führung in einer entscheidenden Phase für die baden-württembergische SPD. Zu ihren Prioritäten gehören die Bewältigung sozialer Fragen und der Klimapolitik sowie eine Neuausrichtung der Parteikommunikation. Mit der formellen Bestätigung ihrer Ämter auf dem anstehenden Parteitag wird der Übergangsprozess abgeschlossen.






