Streit um Dortmunder Opernhaus: Chefredakteur der Rheinischen Post in der Kritik
Tobias SeidelStreit um Dortmunder Opernhaus: Chefredakteur der Rheinischen Post in der Kritik
Der Chefredakteur der Rheinischen Post hat sich gegen Pläne für ein neues Opernhaus in Dortmund ausgesprochen. Seiner Meinung nach braucht die Stadt keins, da benachbarte Städte wie Köln, Duisburg und Bonn bereits über eigene Spielstätten verfügen.
Der Autor einer Erwiderung erinnert daran, wie der Chefredakteur während seiner Zeit in Bremen die Weser-Kurier leitete – und damals kaum Interesse an kulturellen Themen zeigte. Nun wirft er dem Blatt vor, unter seiner Führung an Qualität verloren zu haben.
Der Chefredakteur beurteile Kunst vor allem nach ihren Kosten, nicht nach ihrem emotionalen oder kulturellen Wert, so der Vorwurf. Statt traditionelle Einrichtungen zu stärken, scheine er lieber trendige Restaurants zu fördern. Der Autor warnt: Wenn andere Städte dieser Logik folgten, könnten Opernhäuser gänzlich verschwinden.
Allein die Oper in Düsseldorf beschäftigt 570 Menschen und unterstützt Musikschulen sowie Bibliotheken. Sie bietet Kindern vor Ort kulturelle Bildung. Der Autor betont, dass Opern Räume für Debatten schaffen, die Stadt zusammenbringen und über reine wirtschaftliche Erwägungen hinausweisen. Ein Chefredakteur solle solche Werte verteidigen – nicht untergraben.
Der Autor fürchtet, der Einfluss des Chefredakteurs könnte das Fortbestehen der Oper und ihrer gesellschaftlichen Vorteile gefährden. Kultur lasse sich nicht auf Zahlen reduzieren, sie dürfe nicht allein in ökonomischen Kategorien bewertet werden. Die Debatte zeigt, wie stark sich kommerzielle und kulturelle Werte in der Stadtplanung gegenüberstehen.






