21 March 2026, 16:11

Stuttgarter Apotheke rechnet erstmals Papierrezepte digital über Scanacs ab

Eine Sammlung alter Visitenkarten mit Texten zum Thema Columella edentula, ein in den Niederlanden verwendetes Medikament, neben einem kleinen Papierstückchen mit einem Barcode.

Stuttgarter Apotheke rechnet erstmals Papierrezepte digital über Scanacs ab

Apotheke in Stuttgart als erste mit Abrechnung von Papierrezepten über Scanacs bei der AOK Baden-Württemberg

Eine Apotheke in Stuttgart hat als erste Papierrezepte über die Plattform Scanacs mit der AOK Baden-Württemberg abgerechnet. Der Schritt markiert einen Wandel in der Abwicklung von Apothekenabrechnungen gemäß dem aktualisierten Arzneimittelversorgungsvertrag (AVV). Scanacs-Geschäftsführer Frank Böhme bezeichnete die Entwicklung als Meilenstein für die Zukunft des Systems.

Die Änderung folgt den Anpassungen des AVV, der nun von Apotheken verlangt, ein einheitliches Standardverfahren für die Abrechnung von E-Rezepten und Papierrezepten anzuwenden. Scanacs hat sein System entsprechend angepasst, sodass beide Rezeptarten innerhalb desselben Monats abgerechnet werden können – bisherige Einschränkungen entfallen damit.

Im Januar verarbeitete eine Stuttgarter Apotheke erfolgreich Rezepte im Wert von 80.000 Euro über Scanacs, darunter ein hochpreisiges Papierrezept von über 40.000 Euro. Die Zahlung wurde zügig abgewickelt und unterstreicht die Effizienz des Systems. E-Rezepte laufen wie gewohnt über die Apo-TI-Schnittstelle direkt an Scanacs und werden von dort an die AOK Baden-Württemberg zur Abrechnung weitergeleitet.

Die neue Option der monatsmittigen Abrechnung beschleunigt insbesondere die Bearbeitung kostspieliger Papierrezepte – ein zentrales Anliegen vieler Apotheken. Weitere Standorte sollen bald folgen, ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand oder Beschränkungen bei der Abrechnungshäufigkeit. Apotheken können weiterhin zwischen Selbstabrechnung und der Nutzung einer Clearingstelle wählen. Entscheiden sie sich für Letztere, müssen jedoch alle Abrechnungen des Monats über denselben Anbieter laufen.

Scanacs arbeitet daran, den Prozess vor Ende der Übergangsphase weiter zu optimieren, sodass er ohne zusätzlichen Technikaufwand – etwa durch Scanner – zur Routine wird. Geschäftsführer Böhme hofft, dass das System bis zum Auslaufen der aktuellen Schonfrist fest etabliert sein wird.

Der Stuttgarter Pilotversuch zeigt, dass Papier- und E-Rezepte nun problemlos gemeinsam abgerechnet werden können. Angesichts steigender Nachfrage rechnet Scanacs mit einer breiten Einführung in Baden-Württemberg. Die Fähigkeit des Systems, hochpreisige Rezepte schnell zu bearbeiten, könnte es zu einer langfristigen Lösung für Apotheken unter den neuen AVV-Regeln machen.

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