27 March 2026, 12:12

Tödlicher Angriff auf Zugbegleiter entfacht Debatte über Sicherheit im Bahnverkehr

Altes Buch mit dem Titel 'Reglamento de Conductor' und einer Zeichnung eines Zuges auf dem Titelbild und einem Stempel auf der rechten Seite.

Tödlicher Angriff auf Zugbegleiter entfacht Debatte über Sicherheit im Bahnverkehr

Ein Streit über die Sicherheit von Zugbegleitern hat sich nach einem tödlichen Angriff auf einen Mitarbeiter zu Beginn dieses Jahres weiter zugespitzt. Gewerkschaften fordern strengere Schutzmaßnahmen, während sich Regierung und Branchenverbände uneinig über das weitere Vorgehen zeigen. Das Thema stand im Mittelpunkt der jüngsten Verkehrsministerkonferenz in Lindau.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verlangt, dass Zugbegleiter künftig nur noch im Zweierteam eingesetzt werden. Dies folgt auf einen tödlichen Angriff auf einen Mitarbeiter Anfang Februar sowie weitere Gewaltvorfälle wie einen Pfefferspray-Angriff in Pforzheim. EVG-Chef Martin Burkert kritisierte die Ablehnung des Vorschlags durch die Minister und warnte, dass das Personal zunehmend größeren Risiken ausgesetzt sei.

Die Deutsche Bahn hat bereits Körperkameras für Mitarbeiter im Kundenservice eingeführt und die Pflicht zur Vorlage des Ausweises für Fahrkartenkontrolleure abgeschafft. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) unterstützt diese Schritte, verweist jedoch auf die damit verbundenen Zusatzkosten. Gleichzeitig lehnt der VDV eine generelle Zweierbesetzung ab und spricht sich gegen eine pauschale Regelung aus.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder kündigte an, die neuen Sicherheitsvorkehrungen bis Ende April zu prüfen. Er betonte zudem, dass Finanzierungsanträge im Rahmen des bewilligten Haushalts bleiben müssten. Darüber hinaus führt Schnieder Gespräche mit Behörden, um die Überwachung an Bahnhöfen zu verbessern.

Die Verkehrsministerkonferenz lehnte schließlich bundesweite Personalvorgaben ab. Offizielle Zahlen zu Angriffen auf Bahnmitarbeiter im Jahr 2024 liegen zwar noch nicht vor, doch Einzelvorfälle haben bereits Besorgnis ausgelöst.

Die Debatte über die Sicherheit von Zugbegleitern dauert an: Während die Gewerkschaften auf mehr Schutz pochen, setzen die Verantwortlichen auf bestehende Maßnahmen. Die neuen Richtlinien der Deutschen Bahn werden in den kommenden Wochen bewertet, und die Diskussionen über die Sicherheit an Bahnhöfen gehen weiter. Die Ergebnisse werden entscheiden, wie Zugpersonal künftig geschützt wird.

Quelle