Vatikan lehnt Laienpredigten ab – Deutsche Bischöfe müssen Reformpläne zurückstellen
Tobias SeidelVatikan lehnt Laienpredigten ab – Deutsche Bischöfe müssen Reformpläne zurückstellen
Der Vatikan hat einen Antrag der deutschen Bischofskonferenz abgelehnt, Laien in Ausnahmefällen die Predigt während der Messe zu gestatten. Die Entscheidung fällt im Rahmen der anhaltenden Debatte über Reformen innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland. Der „Synodale Weg“, ein von den Bischöfen geführter Reformprozess, hatte die Änderung vorangetrieben, um pastorale Bedürfnisse zu erfüllen.
Die Deutsche Bischofskonferenz hatte um Erlaubnis gebeten, dass qualifizierte Laien an Sonn- und Feiertagen die Homilie halten dürfen. Sie begründeten dies mit der Notwendigkeit in einigen Gemeinden, in denen keine Priester verfügbar seien. Das Kirchenrecht (Codex Iuris Canonici) sieht die Predigt jedoch ausschließlich für Priester oder Diakone vor, da sie als Teil der Liturgie selbst gilt.
Kardinal Arthur Roche, Präfekt des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, lehnte den Antrag offiziell ab. In seiner Antwort verwies er sowohl auf den Codex Iuris Canonici als auch auf das vatikanische Dokument Redemptionis Sacramentum aus dem Jahr 2004. Die deutschen Bischöfe akzeptierten die Entscheidung, wiesen aber darauf hin, dass nicht ordinierte Personen weiterhin von der Predigt während der Eucharistiefeier ausgeschlossen bleiben.
Papst Franziskus hatte den Synodalen Weg bereits 2023 kritisiert. Er warnte, die Diskussionen würden eher von Ideologie als von geistlicher Führung geprägt. An dem Prozess sind unter anderem das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und der Katholische Deutsche Frauenbund (KFD) beteiligt, die sich vehement für eine stärkere Einbindung von Laien einsetzen.
Nach der Absage kündigte das ZdK an, die Bischöfe weiter in der Frage zu drängen. Der KFD verurteilte hingegen die Haltung des Vatikan und argumentierte, sie bestätige die Ausgrenzung von Frauen aus wichtigen Positionen in der Kirche.
Die vatikanische Entscheidung bestätigt die bestehende kirchliche Rechtslage zur Predigt. Deutsche Reformgruppen haben signalisiert, dass sie die Einschränkung weiterhin infrage stellen werden. Die Ablehnung blockiert die Vorschläge des Synodalen Wegs zur Laienpredigt vorerst.
