Vier Städte testen barrierefreie Gehwege für mehr Sicherheit zu Fuß
Tobias SeidelVier Städte testen barrierefreie Gehwege für mehr Sicherheit zu Fuß
Vier Städte in Baden-Württemberg beteiligen sich an einer neuen Landesinitiative zur Verbesserung der Fußgängerinfrastruktur. Das Projekt mit dem Titel "Freie Gehwege – Mehr Raum für Fußgänger" erprobt Lösungen, um Hindernisse zu beseitigen und das Zu-Fuß-Gehen sicherer zu machen. Verkehrsminister Winfried Hermann betonte die Bedeutung freier Wege für Fußgänger, Eltern mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer gleichermaßen.
Als Modellkommunen für den einjährigen Test wurden Balingen, Heilbronn, Pforzheim und Stuttgart ausgewählt. Die Städte werden Gehwege prüfen, deren Zustand digital dokumentieren und in lokalen Workshops Verbesserungsvorschläge erarbeiten. Häufige Probleme sind versperrte Wege durch Mülltonnen, Verkehrsschilder, parkende Autos, Versorgungsboxen, Parkuhren oder Werbedisplays.
Die Initiative ist Teil der übergeordneten Fußgängerstrategie Baden-Württembergs, die bis 2030 die Hälfte aller Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen lassen will. Bis März 2026 hatten bereits rund 25 Gemeinden an früheren Pilotprojekten teilgenommen und Maßnahmen wie verbreiterte Gehwege, verkehrsberuhigte Zonen, erhöhte Fußgängerüberwege und bessere Beleuchtung in Städten wie Stuttgart, Karlsruhe und Freiburg umgesetzt.
Die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) leitet das Projekt im Auftrag des Verkehrsministeriums, mit fachlicher Unterstützung durch die Bernard Gruppe und VIA. Nach der Testphase werden die Ergebnisse ausgewertet und bis Anfang 2027 in einen Praxisleitfaden überführt.
Die Erkenntnisse sollen die künftige Stadtplanung prägen, damit Fußgängerbedürfnisse von Anfang an berücksichtigt werden. Die Verantwortlichen hoffen, dass der Leitfaden Engpässe vermeidet und das Zu-Fuß-Gehen in der gesamten Region fördert. Das Projekt steht im Einklang mit dem langfristigen Ziel des Landes, die Autonutzung bis 2030 zu reduzieren.






