Volkswagen plant radikale Kürzungen – 100.000 Jobs und vier Werke in Gefahr
Luisa HofmannVolkswagen plant radikale Kürzungen – 100.000 Jobs und vier Werke in Gefahr
Die Aktie von Volkswagen wird derzeit zu einer sehr niedrigen Bewertung gehandelt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt in diesem Jahr bei 3,7 und soll bis 2027 voraussichtlich auf 3,0 sinken. Dennoch bleiben Anleger bei deutschen Autowerten zurückhaltend – vor allem wegen der schrumpfenden Marktanteile in Asien.
Die Unternehmensführung plant massive Stellenstreichungen, von denen bis zu 100.000 Arbeitsplätze betroffen sein könnten, sowie die Schließung von vier Werken in Deutschland. Zwei der bedrohten Standorte, Hannover und Emden, liegen in Niedersachsen. Diese Region übt erheblichen Einfluss auf Volkswagen aus, da die Landesregierung mit 20,2 Prozent der Anteile über ein Vetorecht bei wichtigen Entscheidungen verfügt.
Die regierende Koalition aus SPD und Grünen in Niedersachsen kontrolliert effektiv den Aufsichtsrat des Konzerns. Dieser hat traditionell starke Arbeitnehmerrechte unterstützt, hohe Löhne durchgesetzt und eine große Belegschaft gesichert. Vertreter der Beschäftigten, darunter Daniela Cavallo, wurden bei den ersten Plänen zu den Stellenabbau nicht konsultiert.
Der Aufsichtsrat wird am 9. Juli über die Sparmaßnahmen beraten. Analysten prognostizieren für das nächste Jahr einen Gewinn pro Aktie von 24,21 Euro, während der Aktienkurs derzeit bei 72,54 Euro liegt.
Die geplanten Kürzungen markieren einen radikalen Kurswechsel für Volkswagen. Das Unternehmen muss Kostensenkungen mit politischen und arbeitsmarktbezogenen Zwängen in Einklang bringen. Das Ergebnis der Julisitzung wird die Zukunft der deutschen Standorte entscheidend prägen.
