03 April 2026, 04:04

AfD nutzt Berliner Messerangriffe als Wahlkampf-Waffe mit umstrittenem App-Projekt

Ein schildförmiges Polizeibadged mit "Polizei Berlin" in schwarzer fetter Schrift auf einem blauen Hintergrund mit einem weißen Stern und Rahmen, das auf einer Oberfläche liegt.

AfD nutzt Berliner Messerangriffe als Wahlkampf-Waffe mit umstrittenem App-Projekt

Der Berliner Landesverband der rechtspopulistischen AfD rückt Messerangriffe in den Mittelpunkt der Wahlkampfdebatten. Parteivertreter werfen der regierenden Koalition in der Hauptstadt vor, zentrale Details zu gewalttätigen Straftaten zu verschleiern. Mit einer neu entwickelten "Messer-App" dokumentiert die AfD nun polizeilich erfasste Vorfälle, Verletzungen und Tatorte in ganz Berlin.

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Die Initiative stößt auf scharfe Kritik: Oppositionsparteien werfen der AfD vor, öffentliche Ängste für politische Zwecke auszunutzen.

Laut Berliner Polizei gab es 2024 insgesamt 3.599 messerbezogene Straftaten – ein Anstieg um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Davon ereigneten sich 1.765 im öffentlichen Raum. Die AfD argumentiert, die offizielle Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) spiegle das wahre Ausmaß des Problems nicht wider. Ihre App kartografiert zwar gemeldete Vorfälle, doch über Verurteilungsquoten gibt es keine Klarheit. Ein besonders bekannter Fall – ein versuchter Mord am Holocaust-Mahnmal – führte 2024 zu einer 13-jährigen Haftstrafe, wobei das Urteil noch nicht rechtskräftig ist.

Kristin Brinker, Fraktionsvorsitzende der AfD, wirft der Koalitionsregierung vor, Informationen zurückzuhalten. Berlin ist eines der wenigen Bundesländer, das die Nationalitäten von Tatverdächtigen bei Messerangriffen nicht veröffentlicht. Die Partei fordert mehr Transparenz, um Lücken zwischen gemeldeten Straftaten und tatsächlichen Verurteilungen aufzudecken. Zudem verweist sie auf einen Anstieg von Schusswaffenstraftaten um 68 Prozent im Jahr 2025, was die Sorgen über zunehmende Gewalt verschärft.

Die Kritik an der AfD ist massiv: Die Linksfraktion verurteilte die App als Instrument, um Angst zu schüren und Migranten an den Pranger zu stellen. Die AfD hingegen beharrt darauf, dass ihre Kampagne die Behörden zwingen werde, mehr Daten – einschließlich der Herkunft von Tatverdächtigen – offenzulegen und die Regierung zum Handeln gegen Kriminalität zu drängen.

Mit ihrer Fokussierung auf Messerangriffe heizt die AfD die politische Stimmung vor den Wahlen weiter an. Ihre App bietet zwar eine öffentliche Übersicht über Vorfälle, doch Verurteilungszahlen und Details zu Tatverdächtigen bleiben unvollständig. Angesichts steigender Schusswaffengewalt wächst der Druck auf Berlins Führung, Transparenz und öffentliche Sicherheit zu verbessern.

Quelle