Apothekenversorgung in Deutschland bleibt stabil – doch Fußgänger müssen länger laufen
Anton WolfApothekenversorgung in Deutschland bleibt stabil – doch Fußgänger müssen länger laufen
Apothekenversorgung in Deutschland bleibt stabil – leichte Rückgänge in einigen Bereichen
Der Zugang zu Apotheken in Deutschland ist in den vergangenen fünf Jahren weitgehend stabil geblieben, trotz leichter Rückgänge in manchen Regionen. Eine neue Analyse zeigt, dass fast die gesamte Bevölkerung eine Apotheke weiterhin innerhalb von 15 Minuten mit dem Auto erreichen kann, während die fußläufige Erreichbarkeit leicht nachgelassen hat. Nun diskutieren Krankenkassen und Branchenverbände, ob Reformen notwendig sind, um das aktuelle Versorgungsniveau zu halten.
Zwischen 2020 und 2025 sank die Zahl der Apotheken in Deutschland von 19.081 auf 16.771 – ein Rückgang um 2.310 Standorte. Die meisten Schließungen gab es in Ober- und Mittelzentren, wo die Apothekendichte ursprünglich am höchsten war. Ländliche Regionen verzeichneten im Vergleich zu städtischen Gebieten keine überproportionalen Schließungen.
Der Anteil der Menschen, die innerhalb von 15 Gehminuten eine Apotheke erreichen können, sank von 43,7 Prozent im Jahr 2020 auf 41,6 Prozent 2025. Ebenso verringerte sich der Anteil derer, die eine Apotheke in fünf Minuten zu Fuß erreichen, um 0,7 Prozentpunkte auf nur noch 5,3 Prozent. Die Erreichbarkeit mit dem Auto blieb hingegen sehr gut: 99,9 Prozent der Bevölkerung können eine Apotheke innerhalb von 15 Minuten mit dem Pkw erreichen.
Auch Arztpraxen liegen weiterhin in guter Nähe zu Apotheken. Fast zwei Drittel haben eine Apotheke in maximal zehn Gehminuten Entfernung, und über 90 Prozent können eine innerhalb von fünf Autominuten erreichen. Der GKV-Spitzenverband, der die gesetzlichen Krankenkassen vertritt, fordert Reformen bei der Vergütung von Apotheken, um die flächendeckende Versorgung langfristig zu sichern. Eine vom Iges-Institut durchgeführte Studie ergab, dass nur ein kleiner Teil der Bevölkerung bis 2025 spürbare Verschlechterungen bei der Erreichbarkeit erlebte.
Die Barmer, eine der größten Krankenkassen Deutschlands, analysierte eigene Daten und kam zu dem Schluss, dass der Rückgang lokaler Apotheken die Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten nicht wesentlich beeinträchtigt hat. Die weiterhin hohe Erreichbarkeit mit dem Auto stützt diese Einschätzung.
Die Daten bestätigen, dass die Apothekenversorgung in Deutschland insgesamt stabil bleibt, auch wenn es bei der fußläufigen Erreichbarkeit leichte Einbußen gibt. Da die Versorgung mit dem Auto nahezu flächendeckend erhalten bleibt, argumentieren Krankenkassen, dass das aktuelle Niveau ausreicht. Dennoch gibt es weiterhin Forderungen nach politischen Anpassungen, um die langfristige Verfügbarkeit in allen Regionen zu gewährleisten.






