Apotheker verliert nach jahrelangem Betrug und Pflichtverstößen seine Zulassung
Tobias WernerApotheker verliert nach jahrelangem Betrug und Pflichtverstößen seine Zulassung
Ein Apotheker in Deutschland hat nach Jahren des Betrugs und beruflicher Pflichtverletzungen seine Approbation verloren. Der Fall begann 2010, als er eine Apotheke übernahm, die bereits wegen Abrechnungsbetrugs ermittelt wurde. Im Laufe der Zeit führten seine eigenen Handlungen zu finanziellen Schäden von über 1,6 Millionen Euro und zu schweren Vertrauensbrüchen in der Öffentlichkeit.
Der Apotheker hatte 2010 die Apotheke seines Bruders übernommen, kurz nachdem gegen diese wegen betrügerischer Abrechnungen ermittelt worden war. Statt die Missstände zu beheben, führte er das System mindestens drei weitere Jahre fort. Er rechnete mit Krankenkassen Medikamente ab, die er nie ausgab, und teilte die Gewinne mit Patienten. Ermittler deckten später 65 Fälle auf, wobei der Gesamtschaden für die Krankenversicherer über 1,6 Millionen Euro betrug.
Der Apotheker stellte die betrügerischen Machenschaften im Dezember 2013 ein und einigte sich mit den betroffenen Kassen. Dennoch warnten die Behörden im September 2015, dass ihm die Approbation entzogen werden könnte. 2019 wurde er erneut vernommen, doch die zuständigen Stellen verschoben weitere Maßnahmen bis zum Abschluss des Strafverfahrens.
Weitere Probleme traten 2021 zutage: Untersuchungen förderten unsachgemäße COVID-19-Tests und mangelnde Hygienestandards in der Apotheke zutage. Diese Verstöße in Verbindung mit dem früheren Betrug führten schließlich zu einem endgültigen Urteil.
Am 2. Februar 2022 entzog das Verwaltungsgericht Frankfurt dem Apotheker die Approbation. Das Gericht begründete dies damit, dass sein Verhalten das Vertrauen der Patienten in den Apothekerberuf schwer beschädigt habe.
Die Approbation des Apothekers wurde nach wiederholten Verstößen gegen berufliche Pflichten endgültig widerrufen. Der Fall umfasste jahrelangen Betrug, fehlerhafte medizinische Praktiken und erhebliche finanzielle Schäden für die Versicherer. Über ähnliche disziplinarische Maßnahmen gegen Apotheker in Deutschland in den letzten fünf Jahren liegen keine umfassenden Daten vor.






